Die Rhine River Rhinos blicken auf ein intensives Wochenende mit zwei völlig unterschiedlichen Spielen zurück. Während am Freitagabend ein überzeugender Auswärtssieg bei den Köln 99ers gelang, wartete am Samstag mit den RSB Thuringia Bulls eine echte Herausforderung, bei der sich die Wiesbadener trotz großem Kampf geschlagen geben mussten.
Souveräner Auswärtssieg in Köln
Mit viel Energie starteten die Rhinos am Freitag, den 17. April 2026, in die Partie gegen die Köln 99ers und lieferten sich zunächst ein ausgeglichenes erstes Viertel. Beide Teams fanden gut ins Spiel, doch vor allem Mojtaba Kamali setzte früh offensive Akzente und hielt die Rhinos im Spiel.
Im zweiten Viertel übernahmen die Gastgeber zwischenzeitlich die Kontrolle und konnten sich eine kleine Führung erspielen. Doch die Rhinos blieben ruhig, fanden offensiv bessere Lösungen und kämpften sich Schritt für Schritt zurück ins Spiel. Besonders die Kombination aus konsequenter Defense und schnellem Umschaltspiel brachte die Wende.
Nach der Halbzeit zeigte das Team dann sein bestes Gesicht: Angeführt von einem starken Kei Akita, der sowohl aus der Distanz als auch am Korb überzeugen konnte, setzten sich die Rhinos im dritten Viertel entscheidend ab. Unterstützt von wichtigen Punkten von Tim Diedrich und Nico Dreimüller wuchs der Vorsprung kontinuierlich.
Im Schlussviertel ließen die Rhinos nichts mehr anbrennen. Mit kontrollierter Offensive und stabiler Verteidigung hielten sie die Köln 99ers auf Abstand und brachten den verdienten 86:68-Erfolg souverän über die Zeit.
Großer Kampf gegen den Tabellenführer
Nur einen Tag später, am Samstag, den 18. April 2026, wartete mit den RSB Thuringia Bulls der nächste Härtetest. Die Partie begann ausgeglichen, beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Die Rhinos zeigten erneut eine engagierte Leistung, mussten jedoch im zweiten Viertel eine erste stärkere Phase der Gastgeber hinnehmen, die sich leicht absetzen konnten.
Trotzdem blieben die Wiesbadener dran: Immer wieder waren es Kei Akita und Mojtaba Kamali, die offensiv Verantwortung übernahmen und wichtige Punkte erzielten. Auch Nico Dreimüller setzte immer wieder Impulse und hielt sein Team im Spiel.
Im dritten Viertel gelang es den Bulls jedoch, ihre Führung weiter auszubauen. Besonders ihre Effizienz unter dem Korb und zweite Chancen nach Offensivrebounds machten den Unterschied. Die Rhinos kämpften weiter, fanden aber defensiv nicht immer die richtigen Antworten.
Im letzten Abschnitt versuchten die Rhinos noch einmal alles, verkürzten zwischenzeitlich den Rückstand, doch die Gastgeber spielten ihre Erfahrung aus und ließen nichts mehr anbrennen. Am Ende mussten sich die Rhinos mit 79:96 geschlagen geben.
Fazit
Ein Wochenende mit zwei Gesichtern und dennoch vielen positiven Erkenntnissen für die Rhine River Rhinos. Der überzeugende Auftritt in Köln unterstreicht eindrucksvoll, welches Potenzial in der Mannschaft steckt: Konsequente Defense, variables Offensivspiel und ein geschlossener Teamauftritt waren der Schlüssel zum verdienten Auswärtssieg.
Gleichzeitig zeigte die Partie gegen die RSB Thuringia Bulls, worauf es auf absolutem Topniveau ankommt. Gegen einen der stärksten Gegner der Liga hielten die Rhinos über weite Strecken gut mit, ließen sich auch von Rückständen nicht abschütteln und kämpften bis in die Schlussminuten. Am Ende machten vor allem Kleinigkeiten den Unterschied – fehlende Reboundkontrolle in entscheidenden Phasen und die hohe Effizienz der Gastgeber.
Dennoch: Die Leistung gegen den Tabellenführer macht Mut. Die Rhinos haben gezeigt, dass sie auch mit den Topteams mithalten können, wenn Intensität und Konzentration über die gesamte Spielzeit stimmen. Genau diese Mischung wird in den kommenden Wochen entscheidend sein.
Stimmen zum Spiel
Chris Huber (Headcoach):
„In Köln am Freitag haben wir gut gespielt und trafen auf ein hervorragend aufgelebtes Köln, die viele schwierige Würfe getroffen haben. Durch einen Tempowechsel nach der Halbzeit konnten wir uns dann absetzen und im Endeffekt das Spiel souverän, durch unsere Verteidigung, gewinnen.
Gegen Thüringen haben wir auch ein hervorragendes Spiel gezeigt, allerdings war Thüringen in einer weltklasse Verfassung und konnten trotz hervorragender Verteidigung immer wieder schwere Würfe verwandeln und daher war dort nichts zu holen. Trotzdem großes Kompliment nicht nur an die Bulls, sondern auch an meine eigene Mannschaft. Ich glaube durch die beiden Spiele sind wir sehr gut vorbereitet auf den Eurocup, wo wir den nächsten Titel angreifen wollen.“
Kei Akita: „Ich bin froh, dass wir das Spiel gegen Köln gewonnen haben. Sie waren jung und hatten schnelle Spieler, aber wir haben an uns geglaubt und 40 Minuten lang gekämpft. Dadurch konnten wir in der zweiten Halbzeit mit einer noch stärkeren Verteidigung abschließen. Und das Spiel gegen die Bulls, weniger als 24 Stunden nach dem Spiel gegen Köln, war sehr hart. Natürlich wissen wir, dass sie ein starkes Team in Europa sind. Das Spiel lief nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Sie hatten gute Werfer und haben ihre Würfe mit einer sehr hohen Quote getroffen. Jetzt werden wir das Spiel gegen die Bulls analysieren und uns gut auf den kommenden EuroCup und die Playoffs vorbereiten. Und ich möchte mich bei allen bedanken, die uns während dieser langen Saison unterstützt haben. Eure Unterstützung gibt uns Kraft. Ich freue mich darauf, euch bei unseren Heimspielen wiederzusehen.“
Tim Dietrich: „Beide Spiele waren offensives Feuerwerk, wobei wir dieses gegen Köln in der zweiten Hälfte geschafft haben einzudämmen und uns so dann auch den Sieg heraus gearbeitet haben. Gegen die Bulls hat es über die ganzen 40 Minuten nicht ausreichend geklappt, sie am Scoren zu hindern. Unsere Verteidigung war über viele Strecken nicht schlecht. Dennoch müssen wir versuchen den Fokus schneller und dynamischer anzupassen, um den Stärken des Gegners weniger Raum zu geben.“
Nächster Halt Europa: Rhinos vor internationaler Herausforderung
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Bereits in der kommenden Woche wartet das nächste Highlight auf die Rhinos. Beim EuroCup in Italien trifft das Team auf internationale Konkurrenz – eine spannende Herausforderung und gleichzeitig die Chance, sich auf europäischer Bühne zu beweisen.
Die Erfahrungen aus dem Doppelspieltag dürften dabei eine wichtige Rolle spielen. Mit dem Rückenwind aus dem Sieg in Köln und den wertvollen Erkenntnissen aus dem Duell mit den Bulls reisen die Rhinos mit Selbstvertrauen, aber auch dem nötigen Respekt nach Italien.
Dort wird es darauf ankommen, von Beginn an hellwach zu sein, defensiv stabil zu stehen und offensiv konsequent die eigenen Stärken auszuspielen. Wenn es gelingt, die Intensität aus beiden Spielen zu bündeln, ist auch international einiges möglich.
Statistik
Zu Freitag:
Köln 99ers: Thomas Reier (20), Jack Long (19), Ryuga Akaishi (17), Lisa Bergenthal (4), Bulut Kodal (4), Alexander Keiser (4)
Rhine River Rhinos: Mojtaba Kamali (28), Kei Akita (23), Nico Dreimüller (9), Takuya Furusawa (8), Tim Dietrich (8), Hannah Dodd (4), Steven Elliot (4), Simon Dornieden (2)
Ergebnis: 68:86 (24:21 | 15:21 | 13:24 | 16:20)
Zu Samstag:
Thuringia Bulls: Joakim Linden (30), Jordi Ruiz Jordan (27), Vahid Gholamazad (26), Arie Twigt (8), Hubert Hager (3), Lukas Gloßner (2)
Rhine River Rhinos: Kei Akita (28), Mojtaba Kamali (20), Nico Dreimüller (9), Tim Diedrich (6), Takuya Furusawa (5), James Palmer (5), Steven Elliot (2), Hannah Dodd (2), Mehran Hosseini (2)
Ergebnis: 96:79 (22:19 | 31:21 | 19:18 | 24:21)
PM: RRR | Foto: Ana Sasse