5 Thesen für eine erfolgreichere Rollstuhlbasketball-Zukunft | Martin Kluck

In der kommenden Rollt.-Ausgabe beschäftigen wir uns mit der Frage, was passieren muss, dass der deutsche Rollstuhlbasketball einer (noch) erfolgreicheren Zukunft entgegen rollt. Wir haben bei diversen Trainern in der RBBL nachgehört und sie um ihre Meinung gebeten. Um euch Hunger auf unsere Zusammenfassung und die weiteren Thesen in unserem Baby Nr. #20 zu machen, veröffentlichen wir Martin Klucks Standpunkte als „Appetizer“ vorab. Was der U19-Nationaltrainer zu sagen hat, könnt ihr den folgenden Zeilen entnehmen.

Martin Klucks Thesen 

Strukturen bilden

Wir müssen Strukturen schaffen, so dass sich unsere Topathleten auf den Sport konzentrieren können und trotzdem nicht Gefahr laufen, nach der aktiven Karriere ohne Job/Ausbildung sprich Zukunftsaussichten dazustehen. Das Stichwort lautet: Duale Karriere. Wie lassen sich Studium und Ausbildung mit dem hohen Pensum, das für erfolgreichen Rollstuhlbasketball nötig ist, kombinieren.

Stärkung Ehrenamt

Wir müssen das Ehrenamt stärken und trotzdem auch immer Dinge einfordern. Ehrenamt darf keine Ausrede für schlechte Arbeit sein. Wenn sich jemand „committed“, eine Aufgabe zu übernehmen, muss es auch erlaubt sein bzw. ist es wichtig, trotzdem kritisch mit der Arbeit umzugehen.

Leistungssport-Gedanken verbreiten

Wir müssen Jugendliche und deren Eltern früher mit dem leistungssportlichen Gedanken konfrontieren. Jeder muss wissen, was nötig ist und welcher Aufwand hinter einer leistungssportlichen Karriere steckt. 1 bis 2 Mal Training pro Woche reicht nicht; frühzeitiger begleiteter Einstieg in Athletiktraining. Gerade die Eltern freuen sich lediglich und oft, dass sich die Tochter oder der Sohn sportlich betätigen. Und die Trainer sind nur selten konkret genug, um rechtzeitig Klarheit zu schaffen. Stattdessen wird eine sanfte und langfristige Heranführung an den Leistungssport versucht. Das kostet viel Kraft und Ressourcen.

Mehr (frische) Multiplikatoren

Wir müssen die Rollstuhlbasketball-Pyramide auf eine breitere Basis stellen. Wir benötigen, ganz simpel ausgedrückt, neue, frische Strategien, um mehr Leuten unser Produkt „Rollstuhlbasketball“ vorzustellen. Und alle müssen sie so davon überzeugen, dass sie direkt gefesselt sind und dem Sport treu bleiben.

Mehr engagierte Trainer

Wir müssen mehr gute und engagierte Trainer aus- und fortbilden. Die Vielfältigkeit des Traineramtes wird häufig unterschätzt. Coaches haben den kürzesten Draht zur Mannschaft. Sie sind dafür verantwortlich, wer sich wie weiterentwickelt und sein Potenzial ausschöpft. Sie haben aber auch den Draht zum Verein, also dem Management und dem Vorstand. Hier müssen Coaches lernen, einzufordern. Trainer können sich nicht mit einer Hallenzeit zufriedengeben, sondern müssen gemeinsam mit den Vereinsverantwortlichen Lösungsstrategien entwickeln. Es steht und fällt mit engagierten Trainern. Reißen sie mit und gehen sie voran – oder sind sie mit dem Status quo zufrieden?

Foto: Steffie Wunderl

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