Interview mit Sören Pröpper & Marcus Albanus: „Wir müssen gemeinsam am Ball bleiben und den neuen Standard halten und weiter ausbauen.“

In der Politik ist es Usus, wir haben es – neben anderen Fragen – kurzerhand in unser Interview eingebaut: die persönliche 100-Tage-Bilanz. Neben dieser Frage haben wir den beiden RBBL-Geschäftsführern – Marcus Albanus und Sören Pröpper  – ein wenig auf den Zahn gefühlt bzw. in Erfahrung gebracht, was bis dato umgesetzt wurde, woran sie gerade arbeiten und auf was sich die Fans in den kommenden Wochen und Monaten freuen dürfen.

 

Sören und Marcus, ihr seid jetzt über 100 Tage in Amt und Würden. Was konntet ihr bis dato erfolgreich umsetzen?

Sören: Hallo Martin – wir konnten bereits viele Dinge umsetzen, die zu den Basics einer 1. Bundesliga gehören. Dazu gehört natürlich die Überarbeitung des Logos sowie der Namensgebung mit RBBL1, RBBL2N und RBBL2S. Wir haben für die RBBL eine neue Website geschaffen, die – und ich zitiere unseren Herren-Bundestrainer – der RBBL würdig ist und den Fans alle Informationen rund um ihren Verein anbietet.

Marcus: Dazu kommt sehr viel weiteres digitales Engagement von Sören. Wir konnten unsere Facebook-Reichweite auf inzwischen auf über 2.400 Follower erhöhen, haben ein Instagram-Profil ohne Werbung mit über 500 Followern an den Start gebracht.

 

An welchen Themen arbeitet ihr aktuell und was ist der Status quo? Auf was dürfen sich die Fans freuen?

Sören: Wir wollen als nächstes einen Newsletter zur RBBL anbieten, in dem es dann regelmäßig und kompakt alles Wissenswerte rund um den oder die letzten Spieltage geben wird. Langfristig steht das Thema Internationalisierung auf dem Plan. Wir sind die beste Rollstuhlbasketball-Liga der Welt, also sollten wir auch unsere internationalen Fans und interessierten Spieler auf dem Laufenden halten.

Marcus: Parallel dazu arbeiten wir an eher internen Themen, die die Finanzierung unserer Arbeit betreffen. Wir müssen die RBBL bis zum Saisonende auf ein öffentlich sichtbares Niveau bringen, dass Sponsoren, die unsere Arbeit unterstützen wollen, auch einen Mehrwert durch ihr Engagement für die Liga haben.

 

Wie gestaltet sich die generelle Unterstützung der RBBL-Klubs? Könnt ihr das kurz beschreiben?

Sören: Es gibt immer wieder Vereine, die uns aufgrund ihrer beschränkten Ressourcen nicht so unterstützen können, wie sie es gerne würden – dafür haben wir vollstes Verständnis. Der Großteil der Vereine unterstützt uns ligaübergreifend super, stellt immer Informationen zur Verfügung und langsam fangen die Vereine auch an die von uns genutzten digitalen Kanäle selbst noch intensiver zu bespielen. Das macht wirklich Spaß diese Entwicklung zu beobachten.

Marcus: Ich habe eine kleine Anzahl an RBBL-Standorten besucht und vor Ort vor und mit Sponsoren, Unterstützern und auch Sportlern gesprochen. Die Rückmeldungen sind bisher alle positiv und alle Beteiligten versprühen eine Aufbruchstimmung auch mit der WM im Rücken die Wahrnehmung der RBBL jetzt weiter wachsen zu lassen.

 

Wie seht ihr die RBBL in den nächsten eins, zwei Jahren aufgestellt? Was ist euer Wunschbild?

Sören: Wir müssen gemeinsam am Ball bleiben und den neuen Standard halten und weiter ausbauen. Wir dürfen die Vereine, die vor Ort selbst schon mit ihren alltäglichen Aufgaben ausgelastet sind, nicht überfordern aber gleichzeitig müssen wir alle verstehen, dass wir nur mit viel Arbeit und Kreativität aus der Nische Basketball und speziell Rollstuhlbasketball heraus ein breites Publikum erreichen können.

Marcus: Wir haben immer gesagt, dass das erste Jahr zum „Aneinandergewöhnen“ geplant ist. Die Vereine müssen sich an uns gewöhnen, wir müssen uns weiter in die Materie einarbeiten und schauen, was man aus unseren bisherigen Stationen im Fußgängerbasketball adaptieren und einfordern kann.

 

Gibt es eurerseits noch Unterstützungsbedarf aus der Community, die euch helfen würde, die RBBL weiter zu pushen? Wenn ja, wie sehe dieser aus?

Sören: Die Community soll gar nicht „die RBBL“ pushen – die Community soll ihre lokalen Vereine unterstützen, die Hallen vollmachen und jeder muss seine eigenen Möglichkeiten nutzen, um der Welt zu zeigen, was für eine tolle Sportart hier Woche für Woche betrieben wird.

Marcus: Genau das: Geht alle in die Hallen, ladet Freunde und Verwandte ein, tragt dazu bei, dass die Leute mitbekommen, dass hier toller Sport geboten wird. Natürlich ist auch jeder eingeladen seinem Verein vor Ort unter die Arme zu greifen – sei es als Ticketverkäufer, helfende Hand am Spieltag, Fotograf oder gar Berichte-Schreiber – jede Hilfe ist bei den Vereinen herzlich willkommen.

 

Interview: Martin Schenk | Foto: Markus Binda

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