Hannover: EuroCup3 | United feiert am Airport Hannover mit Fans den Premieren-Titel

Rund zwei Dutzend Unterstützer haben das Team mit Applaus, Musik und Getränken nach der Landung abgeholt. Die Nacht vor der Abreise aus Yalova (Türkei) war kurz. Die Haare von Vokuhila-Träger Tom McHugh sind es jetzt auch. United hat den Gewinn des EuroCups würdig gefeiert.

Der EuroCup ist in Hannover gelandet. Um 10.11 Uhr setzte die Maschine von Turkish Airways mit der Trophäe und der Mannschaft von Hannover United an Bord auf der Landebahn am Airport Hannover auf. Mit Sack und Pack rollten die müden Rollstuhlbasketballer etwa eine Stunde später durch eine Tür Richtung Ausgang. Dort mussten sie ihre Wünsche nach einer zeitigen Heimreise ein paar Momente zurückstellen. Im öffentlichen Bereich empfingen knapp zwei Dutzend United-Fans ihre Euro-Helden mit Applaus, goldenen Aufklebeherzen und Prosecco. Der Song “We Are United” von Sänger Marc Masconi schallte durch den Bereich. United-Kapitän Jan Sadler zeigte den Fans die neue Errungenschaft.

Da ist er nun, der erste Titel der Vereinsgeschichte. “Zu sehen, wie viel das denjenigen bedeutet, die schon lange im Verein spielen und Hannover United mit aufgebaut haben, ist wie eine Bilderbuch-Story”, sagte Lowpointer Tobias Hell. Für Routinier Jan Gans, der United in brisanten Momenten immer wieder die nötige Ruhe brachte und wichtige Körbe warf, war es auch der erste Titel. “Das war ein verdienter Abschluss für eine Super-Saison. Jeder war zu 100 Prozent da, als es gezählt hat.” Für Hell war es “ein tolles Gefühl, mit Spielen wie gegen Izmir im Halbfinale und Sassari im Endspiel aus der Saison zu gehen und Hannover United auf die internationale Rollstuhlbasketball-Landkarte gepackt zu haben”.

Das feierte United ausgiebig – zunächst in der Kabine, später, nach einem Mittagessen am Strand, im Mannschaftshotel auf dem Balkon des Zimmers von Coach Martin Kluck und Teammanager Udo Schulz. Dort löste Tom McHugh seinen Wetteinsatz von Saisonbeginn ein. In Hannover gelandet hatte der junge Australier mit modischem Vokuhila-Schnitt angekündigt, bei einem Titelgewinn seine Matte zu Opfern. Oliver Jantz und Jan Gans machten mit Maschine und Schere den Anfang. Vanessa Erskine versuchte zum Schluss, die gröbsten Ecken zu retuschieren.

Eine Party-Eskalation blieb aus, die Nacht auf Montag war für viele dennoch kurz. Teile des Teams saßen bis 23 Uhr Ortszeit mit Spielern und Staff der Pilatus Dragons aus der Schweiz zusammen. Einer war gar nicht im Bett. McHugh verkürzte sich die Wartezeit mit frischer Friese und Pilatus-Leuten beim Billard. Um 2 Uhr musste die United-Reisegruppe schon wieder aufstehen. Eine Stunde später fuhr der Bus Richtung Istanbul Flughafen. Um 7.35 Uhr hob die Maschine Richtung Heimat ab.

“Ein wirklich spannendes Abenteuer. Ich bin wirklich sehr beeindruckt von der Mannschaft”, sagte United-Teammanager Schulz. Acht Euro-Spiele hat der Bundesligadritte in den vergangenen sieben Wochen absolviert – vier beim Vorrundenturnier in Le Puy de Velay (Frankreich), vier beim Finalturnier in Yalova (Türkei). Hannover zog nur gegen BSR Valladolid und die London Titans den Kürzeren.

Trotzdem hatte die Mannschaft auf dem Weg zum Titel so ihre Hänger. In den Situationen, in denen es wirklich darauf ankam, war das Team allerdings präsent. “Das entscheidende Spiel in der Vorrunde in Le Puy war von uns schon ein überragendes Spiel, das wir in Yalova nochmal getoppt haben. Aus meiner Sicht war das Halbfinale gegen Izmir das beste Spiel, das ich mit Hannover United bisher erleben durfte”, so Schulz. “Martin Kluck hat definitiv einen Lob verdient. Er hat für Halbfinale und Finale einen großartigen Gameplan aufgestellt, den die Mannschaft super umgesetzt hat.”

Beim Coach ist der Titelgewinn noch nicht so richtig angekommen. “Ich brauche nach den sehr emotionalen Momenten nach dem Finale noch ein paar Tage, bis ich das sacken lassen kann”, so Kluck. “Als Sassari in der Schlussphase nochmal diesen wilden Dreier getroffen hat, habe ich nochmal kurz das Zittern bekommen. Danach haben wir das souverän zu Ende gespielt.”

Finale

Dinamo Sassari – Hannover United 58:63

Sassari: Adolfo Verdun (22 Punkte), Mendel Op Den Orth (10), Joakim Lindblom (9), Robert Poggenwisch (8), Claudio Spann (7), Carlos Esteche (2), Valerio Quaranta, Ludvig Sjöström, Saliou Diene, Leandro De Miranda.

Hannover: Alexander Budde (19 Punkte), Jan Gans (9), Jan Haller, Jan Sadler (je 8), Shaun Norris (7), Mariska Beijer, Tom McHugh (je 6), Vanessa Erskine, Tobias Hell.

PM: Hannover United | Foto: Andreas Röhling

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