Die RSB Thuringia Bulls müssen sich CD Ilunion Madrid im Champions Cup Finale mit 72:85 geschlagen geben. (21:22, 21:17, 14:23, 16:23)

Vor dem Finale des 9. IWBF Champions Cup Final Four hielten die Bullen kurz inne. Zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte sicherten sich die Thüringer eines der beiden begehrten Tickets für das Endspiel im höchsten europäischen Vereinswettbewerb. Der Gegner hätte passender kaum sein können: Mit CD Ilunion Madrid wartete ein absolutes Schwergewicht des internationalen Rollstuhlbasketballs.

Sowohl die Madrilenen als auch die Elxlebener hatten als einzige Teams bis dato noch keine Endrunde verpasst. Zudem kam es zur Neuauflage der Finals von 2018 und 2019. Duelle, an die das RSB-Team die deutlich besseren Erinnerungen hat. Schließlich waren es genau jene beiden Titel, deren Trophäen heute den Eingangsbereich an der Osterlange schmücken. Auch das letzte Duell in der Viertelfinal-Runde in Giulianova ging in einem spektakulären 103:90 an Marie Kier und Co.. 

Den Weg in den Showdown ebneten sich beide Teams über ganz unterschiedliche Verläufe ihrer Halbfinalpartien. Ilunion setzte sich in einem Herzschlagfinale gegen den spanischen Dauerrivalen und Titelverteidiger BSR Amiab Albacete mit 77:72 durch. Die Bulls hingegen erwischten beim 90:36 gegen CREAM Briantea84 Cantù einen Sahnetag.

Doch alle Statistiken und Zahlenspiele bringen keine Punkte auf die Anzeigetafel. CD Ilunion Madrid konnte sich jedoch über einen kleinen Bonus freuen: Als Gastgeber des Final Four genossen die Spanier Heimvorteil. 

Beide Mannschaften schalteten erwartungsgemäß vom Tip-off an in den höchsten Intensitätsmodus. Die Bulls setzten durch Alex Halouski die erste Duftmarke: Mit zehn schnellen Punkten, darunter zwei Treffer von jenseits der Dreierlinie, ließ er seine wochenlange Verletzungspause wie einen Kurzurlaub wirken (14:10, 5. Minute).

Auf Seiten der Gastgeber fand Forward Amadou Diallo Diouf immer wieder Lücken in der Bulls-Defensive und glich die Partie aus (16:16, 8. Minute). In der Folge nahm die Intensität weiter zu. Das Spiel wurde zunehmend hitziger, mit dem besseren Ende für Ilunion, das sich eine knappe 22:21-Führung nach dem ersten Viertel sichern konnte.

In der Anfangsphase des 2.Viertels wendete sich das Blatt wieder zu Gunsten der Bullen. Das Duo Linden und Ruiz eroberte sehenswert mit schnellen Punkten einen kleinen Vorsprung zurück (29:24, 12.Minute). Das motivierte Madrid Coach Victor Ramos Terry Bywater auf das Feld zu schicken. Dieser schrieb mit einem perfekten Quarter und 13 Punkten persönlich weiter an seiner eigenen Legende (36:39, 18.Minute). Doch das Bienek-Team konterte eiskalt zur 42:29 Halbzeitführung in einem mitreißenden Basketballspiel. 

Beide Kontrahenten nutzten die Halbzeit, um ihre Energiespeicher aufzufüllen, und knüpften anschließend nahtlos an das Weltklasse-Niveau der ersten Hälfte an. Im Zentrum des Geschehens standen die beiden Center Vahid Azad und Luis Jasso, die kraftvoll für ihre Farben immer wieder Führungswechsel herbeiführten. Doch Bywater hatte das letzte Wort zum 56:62 für die Königlichen. 

Das Drehbuch des Schlusskapitels ist schnell erzählt: Die Gastgeber spielten sich in einen regelrechten Rausch, fanden immer wieder Lücken in die Zone der TH Bulls und kamen dort zu hochprozentigen Abschlüssen. Diese Qualität der Spanier erwies sich letztlich als der Schlüssel, der das Schloß der Bulls entscheidend aufbrach. Das RSB-Team probierte bis zur Schlusssirene alles, doch Gregg Warburton krönte seine Mannschaft zum 4.Champions Cup Titel der Vereinsgeschichte. 

Die RSB Thuringia Bulls gratulierten dem neuen Champion fair zum verdienten Triumph, die an diesem Tag einfach besser waren und mussten sich damit nach knapp einem Jahr wieder geschlagen geben. Nach kurzer Enttäuschung wird bei den Thüringern jedoch der Stolz auf die Silbermedaille überwiegen. Die Mannschaft um Kapitän Lukas Gloßner kann auf eine außergewöhnliche Europapokalsaison zurückblicken, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. 

Nun richtet sich der Fokus mit voller Vorfreude auf das letzte Highlight der Saison: Die Playoffs der RBBL. Dort treffen die Bullen bereits am kommenden Samstag zunächst auswärts auf Hannover United in der Best-of-Three-Serie.

Wir senden ein herzliches Dankeschön an den Ausrichter CD Ilunion Madrid für die liebevolle Organisation und Leidenschaft für unseren Sport. 

Ein riesiges Dankeschön an unsere Fans vor Ort und an alle, die beim Public Viewing im Fit In mitgefiebert haben: Das war Gänsehaut pur! Eure Energie war spürbar und hat uns getragen. Und auch an alle, die vor den Bildschirmen dabei waren: Eure Unterstützung ist bis nach Madrid durchgedrungen. Wir können es kaum erwarten, Euch alle bald wiederzusehen!

Wir sind ein Team!

Für die RSB Thuringia Bulls spielten: Vahid Azad 19 Punkte, Lukas Gloßner 2, Arie Twigt 6, Alex Halouski 18, Tomas Klein, Marie Kier, Hubert Hager 2, Anil Cegil, Jordi Ruiz 10 und Joakim Linden 15

PM: RSB Thuringia Bulls | Foto: Franziska Möller

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