Interview mit Dennis Nohl: „Für mich zählt die Marschroute: Gib alles!“

Der Mannschaftskapitän des RSC Osnabrück spricht im Rollt.-Kurinterview vorm Pokal-Kracher gegen die RSB Thuringia Bulls über Lerneffekt, besondere Match-ups und die Einzigartigkeit des Rollstuhlbasketball-Standortes Osnabrück.

Dennis, heute geht’s im Pokal gegen keinen Geringeren als den Tabellenführer der 1. RBBL und großen Titelaspiranten: die RSB Thuringia Bulls. Was ist deine persönliche Marschroute als Kapitän und die des RSC Osnabrück generell?

Für mich zählt die Marschroute: „Gib alles!“. Nach dem Spiel sich vorwerfen zu können, nicht alles gegeben zu haben, ist keine Option. Für uns als Team haben wir im gestrigen Abschlusstraining beschlossen, viel Spaß zu haben. Wir möchten besser spielen, als im letzten Jahr, und vor allem wollen wir als Team überzeugen.

In eurer Ankündigung spricht euer Trainer vom „Lerneffekt“, der im Vordergrund steht. Kannst du das kurz ausführen bzw. sagen, wann du als Spieler etwas dazu gelernt hast? Oder anders formuliert: Wann ist ein Match „lehrreich“?

Der Lerneffekt von dem der Coach gesprochen hat, bezieht sich vor allem auf die Entwicklung der Spieler. Zu sehen, was Athleten wie Halouski, Partanen, Albrecht & Co. mit viel Training in den letzten sechs Jahren erreicht haben, kann einen großen Vorbildcharakter für unseren jungen Wilden haben. Das Spiel, aus dem ich persönlich am meisten ziehe, ist eine Niederlage. Natürlich analysieren wir auch Siege mithilfe von Videomitschnitten, aber eine Niederlage hat schon einen größeren Effekt. Letztendlich sind es jedoch die Spielzeit und die Challenge, aus denen man am meisten lernt. Also sollte man aus jedem Match lernen.

Auf welches Match-up freust du dich besonders? Und warum?

Ich freue mich, dass Amy und Bo auf ihre Nationalmannschaftskollegin Jitske Visser treffen. Aber das Match-up von Christoph gegen Vahid und Alex kann schon interessant werden. Da treffen unterschiedliche Center-Varianten aufeinander. Und natürlich möchte jeder einmal gegen André Bienek und Matt Scott sein Bestes geben.

Lass uns kurz auf den Ligabetrieb schauen. In der 2. Liga seid ihr aktuell ungeschlagen und belegt mit dem punktgleichen ASV Bonn den zweiten Rang. Nächstes Jahr durch die erste Liga zu rollen wäre doch sehr „nice“, oder?

Ganz ehrlich? Wir denken gar nicht an den Aufstieg. Wir denken von Spiel zu Spiel, und sind vor jedem Match auch so motiviert, dass wir es gewinnen möchten. Was am Ende dabei rum kommt, wird Ende März zu sehen sein.

Was zeichnet euch in Osnabrück eigentlich aus? Was ist euer Alleinstellungsmerkmal bzw. „USP“?

Wir sind jung, wir sind motiviert, wir haben Potenzial – und auch Ehrgeiz. Wir kommunizieren auf und neben dem Feld. Vor allem sind wir ein WIR. Das Team steht zu jedem Zeitpunkt im Vordergrund, und deswegen haben wir Spaß. Letztendlich geht es doch nur darum.

Bitte vervollständig zum Abschluss noch den folgenden Satz: Das Rollstuhlbasketball-Jahr 2018 wird für Dennis Nohl eines der geilsten, weil …

… ich auf Vereinsebene mit einer super Truppe mit viel Spaß spielen kann und anschließend auf internationalem Parkett bei der Heim-WM in Hamburg im Team Germany-Dress die Hymne mitsingen und Teil der Entwicklung im Damen-Basketball sein darf, vor allem durch die neu-formierte Damen-Mannschaft im Norden, die in dieser Saison 6-8 Testspiele bestreiten wird.

Danke für deine Zeit, Dennis

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