Thuringia Bulls gewinnen mit kleiner Rotation das Spitzenspiel bei den Rhine River Rhinos nach Verlängerung mit 66:59 (11:13, 14:10, 17:15, 12:16, 12:5).

Das Bienek-Team reiste ersatzgeschwächt zum Spitzenspiel nach Wiesbaden. Mit Vahid Azad und Joakim Linden fehlten die beiden Topscorer des vergangenen Doppel-Wochenendes. Grund genug für Co-Trainer Jens Albrecht, sein Trikot mit der Nummer 12 wieder vom Bügel zu nehmen.

Beide Teams fuhren mit Trauerflor auf und setzten ein klares Statement der Solidarität mit den drei iranischen Athleten auf beiden Seiten, vor dem Hintergrund der schwierigen politischen Lage in ihrer Heimat.

Jordi Ruiz eröffnete den Punktereigen. Nach einem erfolgreichen Zweipunktewurf von Akita entwickelte sich die Partie zunächst ausgeglichen (9:7, 5. Minute). In der Folge griff Coach Albrecht ins Geschehen ein und stellte sich wie gewohnt in den Dienst der Mannschaft. Die Bulls erspielten sich zwar gute Wurfpositionen, offenbarten jedoch eine gewisse Abschlussschwäche, die die Rhinos zur knappen 13:11-Führung nutzten.

Der Start in den zweiten Abschnitt gehörte den Hausherren. Nach einem Buzzer von Dreimüller und einem Korbleger von Neuzugang Furusawa erspielten sie sich eine 18:13-Führung (13. Minute). Diese zwang Head Coach Bienek zur Auszeit, die Wirkung zeigte. Sein Team drehte die Partie und übernahm beim 19:18 (15. Minute) wieder die Führung. Es war kein Spiel für Feinschmecker, sondern für Liebhaber von robustem Rollstuhlbasketball. Die vielen zweiten Wurfchancen hielten die Rhinos im Spiel, die vor allem Mojtaba Kamali konsequent ausnutzte. Mit der Schlusssirene verkürzte er auf den Halbzeitstand von 25:23.

Die Pause schien vor allem Hubert Hager gutgetan zu haben, der mit vier schnellen Punkten eröffnete. Die anhaltende Reboundschwäche der Gäste hielt den Tabellendritten zwar im Spiel, doch Ruiz stellte mit seinem zweiten Dreier auf 37:31 (26. Minute). Diesen Vorsprung verteidigten die Elxlebener bis zum Ende des dritten Viertels (42:38).

Die Hessen erwischten den besseren Start in den Schlussabschnitt und glichen durch Nationalspieler Nico Dreimüller spektakulär zum 43:43 aus (32. Minute). Die Bulls antworteten mit einem 6:0-Lauf, verpassten es jedoch, die Vorentscheidung zu erzwingen. Das nutzten die Gastgeber und erzielten kurz vor Schluss erneut den Ausgleich (49:49, 39. Minute).

Die Crunchtime hatte es in sich: Eine 2-Punkte-Führung der Rhinos konterte Ruiz mit einem Dreier, den der Japaner Kei Akita umgehend ebenfalls von außen beantwortete. Arie Twigt bewies anschließend Nervenstärke an der Freiwurflinie und rettete den Tabellenführer mit dem 54:54 in die Verlängerung.

In der Zugabe agierte der Deutsche Meister über weite Strecken zielstrebiger. Erneut zeigte sich Twigt eiskalt. Spätestens als Alex Halouski, der von der Wiesbadener Verteidigung nicht aus den Augen gelassen wurde, von der Freiwurflinie zum 64:59 traf, war die Vorentscheidung gefallen. Am Ende stand ein 66:59-Erfolg.

Die TH Bulls gewinnen ein Spiel, das unter normalen Umständen kaum erfolgreich zu gestalten ist. Zu viele Ballverluste und eine verbesserungsbedürftige Reboundarbeit bescherten dem Gegner ganze 17 Wurfversuche mehr. Doch die Thüringer bewiesen Moral und fanden dennoch einen Weg zum Sieg gegen ein Spitzenteam der Liga. Eine Qualität, die sich nicht in Statistiken messen lässt.

Trotzdem wird das Trainer-Duo den Fokus weniger auf das Ergebnis als auf die Basketballaktionen legen, um die Mannschaft optimal auf die kommenden Winter-Entscheidungen einzustellen. Bereits am Samstag wartet die schwere Auswärtsaufgabe in Hannover, ehe am Sonntag um 16 Uhr das Pokal-Viertelfinale gegen die Dolphins Trier im Bullenstall folgt. Und spätestens vom 6. bis 8. Februar richtet sich der Blick nach Elxleben, wenn die europäische Elite zu Gast ist. Spannung garantiert!

Für die RSB Thuringia Bulls spielten: Hubert Hager (13 Punkte), Lukas Gloßner (2), Jordi Ruiz (22), Alex Halouski (13), Anil Cegil, Tomas Klein (4), Marie Kier, Arie Twigt (10) und Jens Albrecht (2)

PM: RSB Thuringia Bulls | Foto: Franziska Möller

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