Die Thuringia Bulls ringen Fenerbahce Istanbul in einer spannenden Begegnung mit 86:67 (23:19, 16:15, 21:20, 26:13) nieder und qualifizieren sich vorzeitig für das Final 4.
Nach dem Auftakterfolg gegen DECO Amicacci Abruzzo und einer kurzen Regenerationsphase wartete auf die Thuringia Bulls bereits die nächste große Herausforderung. Das türkische Spitzenteam Fenerbahce Istanbul war nach der Niederlage gegen Madrid bereits unter Zugzwang, sodass ein heißer Tanz vorprogrammiert war.
Die Bullen präsentierten sich vom Hochball an hellwach und agierten vor allem in der Verteidigung äußerst konsequent. Im Angriff zeigte sich das Team variabel, die Punkte fielen sowohl aus der Distanz als auch in der Zone (16:3, 6. Minute). Eine kurze Unachtsamkeit nutzte Ugur Toprak eiskalt aus und verkürzte mit fünf schnellen Punkten innerhalb eines Wimpernschlages auf 23:19 zum Viertelende.
In der Folge schlugen die Herzen aller Freunde des intensiven Rollstuhlbasketballs höher. Fenerbahce kämpfte sich durch Mohamadhassa Sayari und Mucahit Günaydin zurück in die Begegnung. Vahid Azad beantwortete diese Angriffe jedoch mit seiner ganzen Klasse und führte das THB-Team mit 39:34 in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Kabinengespräch bot sich ein ähnliches Bild. Die Türken attackierten mit großer Dringlichkeit die Bretter der Bulls und erzielten unter lautstarkem Jubel den 45:44-Anschluss (24. Minute). Doch der zweifache Champions-Cup-Sieger schaltete noch einmal einen Gang höher: Alex Halouski riss das Steuer an sich und stellte sein außergewöhnliches Handgelenk unter Beweis. Die Nummer 14 übernahm im Offensivspiel bis zum Spielende viel Verantwortung, sodass die Bulls nach dem dritten Viertel weiterhin mit 60:54 in Führung lagen.
Im Schlussviertel zeigten Joakim Linden und Jordi Ruiz noch einmal ihre Zähne. Auf diese Offensivpower fand Istanbul keine Antworten mehr und musste sich trotz einer beherzten Leistung schließlich mit 88:67 geschlagen geben. Das Ergebnis fiel am Ende deutlicher aus, als es der Spielverlauf vermuten ließ, denn die energiegeladene Partie verlangte den Bullen bis in die Schlussphase ihr gesamtes Leistungsvermögen ab.
Damit durfte sich das Team von Coach Andre Bienek über die vorzeitige Qualifikation für das Final Four in Madrid freuen. Im letzten Spiel wartet nun Dauerrivale CD Ilunion Madrid, der sich in seiner Tagesbegegnung mit 68:51 gegen Gastgeber Giulianova durchsetzen konnte. Somit sind beide Mannschaften weiterhin ungeschlagen und werden den Gruppensieg im direkten Duell unter sich ausfechten. Unter folgendem Link könnt ihr im Livestream mitfiebern: https://m.youtube.com/watch?v=daqW-fpq7Ic&pp=0gcJCcUKAYcqIYzv
Für die RSB Thuringia Bulls spielten: Hubert Hager (2), Lukas Gloßner, Jordi Ruiz (13), Alex Halouski (28), Anil Cegil, Tomas Klein, Marie Kier, Arie Twigt (4), Joakim Linden (20) und Vahid Azad (19)
PM: RSB Thuringia Bulls | Foto: Franziska Möller