70:75 beim weiter ungeschlagenen Tabellenführer Thuringia Bulls
Der RSV Lahn-Dill hat im RBBL-Spitzenspiel des 16. Spieltags eine starke Leistung abgeliefert und dem Tabellenführer RSB Thuringia Bulls über drei Viertel spielerisch wie mental Paroli geboten. Aufgrund eines schwachen dritten Abschnitts unterlagen die Wetzlarer am Ende dennoch mit 70:75 (19:12/35:29/47:53), konnten jedoch den national wie international noch ungeschlagenen Ostdeutschen das knappste Ergebnis in deren Saisonverlauf abringen.
Von Beginn an zeigten sich die Gäste aus Hessen konzentriert und taktisch gut eingestellt, während die Hausherren zunächst deutliche Schwierigkeiten hatten sich aufgrund des Fehlens von Aliaksandr Halouski in neue Lineups einzufinden. Eine Herausforderung, die der RSV Lahn-Dill mit dem Abgang von Vincent Dallaire und dadurch ebenfalls weggebrochenen Wechseloptionen bereits hinter sich hat.
So waren es die Wetzlarer, die zusätzlich mit einer guten Verteidigungsarbeit, über 8:2 (5.) und 13:6 (7.) den Ton angaben. Thomas Böhme & Co. konnten diese Führung im zweiten Viertel über 22:14 (11.) zunächst sogar ausbauen, doch in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit verspielten die Gäste ein 35:23 (18.) leichtfertig zum späteren Halbzeitstand von 35:29. Dennoch, der RSV Lahn-Dill traf hochprozentig und hatte dank eines bärenstarken Matthias Güntner diese Führung zur Pause hoch verdient.
In der Halbzeite schien dann Bulls-Coach André Bienek deutliche und vor allem richtige Worte gefunden zu haben, denn aus der Kabine kamen die Thüringer mit einer deutlich veränderten mentalen Note. So trumpfte nun Vahid Gholomazad auf und auch die beiden für Halouski in die Bresche springenden Hubert Hager und Arie Twigt machten ihre Sache sehr gut. Am Ende kamen der Österreicher und der Niederländer auf zusammen 24 Punkte und konnten so zusammen mit dem Iraner Gholomazad entscheidende 48 Punkte zur Wende in der Partie beitragen.
Dagegen schien der RSV seine Offensivbemühungen nach dem Seitenwechsel zunächst eingestellt zu haben, denn bis zur 26. Spielminute gelang den Gästen nur ein einziger Korberfolg durch den Kanadier Colin Higgins, ehe der spätere Topscorer Thomas Böhme den Bann mit drei Treffern in Serie zum 45:50 (29.) brechen konnte. Doch die zuvor teils komfortable Führung war dahin und die Bulls in ihrem Lauf, den auch Routinier Joakim Linden mit 17 Punkten in Durchgang zwei maßgeblich beeinflusste.
Aber auch die Mittelhessen bewiesen in einem sehenswerten Spiel ihrerseits Moral und mentale Stärke, wie sie es nach Rückschlägen in einer für sie bisher schwierigen Saison schon oft getan haben. So schien die Partie beim 50:63 (34.) für den RSV bereits gelaufen zu sein, ehe Thomas Böhme einen Endspurt seines Teams einläutete. Binnen fünf Spielminuten sorgte der Kapitän offensiv zusammen mit Rose Hollermann und Matthias Güntner für einen 17:6-Lauf und den 67:69-Anschluss (39.). In den verbleibenden Sekunden versuchten die Wetzlarer nun noch einmal alles, stoppten die Uhr, doch die Bulls zeigten sich von der Freiwurflinie stark genug, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Am Ende bleibt trotz des knappen 70:75 die Erkenntnis einer starken Leistung, aber auch der vierten Saison-Niederlage in der RBBL-Hauptrunde. Trotz dessen haben sich die beiden hessischen Erstliga-Vertreter aus Wiesbaden und Wetzlar am 16. Spieltag vorzeitig und endgültig ihr Playoff-Ticket gesichert. Dagegen unterlag im Kellerduell der RSV Bayreuth deutlich beim Aufsteiger RB Zwickau und hat nun nur theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.
Thüringen: Vahid Gholomazad (24), Joakim Linden (21), Hubert Hager (14), Arie Twigt (10), Jordi Ruiz (6), Lukas Gloßner, Marie Kier, Anil Cegil (n.e.), Tomas Klein (n.e.).
Lahn-Dill: Thomas Böhme (24/2 Dreier), Matthias Güntner (21/1), Rose Hollermann (8), Michael Paye (5/1), Jannik Blair (4), Quinten Zantinge (4), Colin Higgins (2), Julian Lammering (2), Finlay Erskine (n.e.), Fabian Gail (n.e.).
PM: RSV Lahn-Dill | Foto: Armin Diekmann