RSV Lahn-Dill verliert gegen Thuringia Bulls, Wiesbaden scheitert an Hannover
Der Traum von einem rein hessischen Pokalendspiel im Final Four ist am Samstag in Frankfurt jäh geplatzt. Zunächst unterlagen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden im ersten Halbfinale Hannover United mit 55:70, ehe am Abend auch der RSV Lahn-Dill das Finalticket verpasste. Am Ende kassierten die Wetzlarer nach starker erster Halbzeit eine 62:75-Niederlage (20:18/35:36/49:56) gegen die Thuringia Bulls.
Der deutsche Klassiker zwischen den Mittelhessen und Thüringern avancierte am Samstagabend im Skywheelers Dome in Frankfurt Ginnheim zu eine Partie mit zwei Gesichtern. In Halbzeit eins fand die Mannschaft von Cheftrainerin Janet Zeltinger ihr defensives Mittel, um die starke Offensive des Bulls nahezu auszuschalten. In Durchgang zwei gelang dies deutlich schlechter, so dass ein 0:8-Lauf in der Schlussphase den Traum der Titelverteidigung platzen ließ.
Vor allem die beiden Center-Hünen der Ostdeutschen dominierten die Anfangsphase. Aliaksandr Halouski und Vahid Gholomazad markierten bis zur sechsten Spielminute 15 der 16 Thüringer Punkte und sorgten so für einen frühen 8:16-Rückstand der Wetzlarer. Diese reagierten jedoch prompt, stellten die Defensive leicht um und fanden so den Schlüssel gegen die mit Abstand stärkste Offensive der Liga, die sich nun kaum noch freie Würfe erarbeiten konnte. Nach einem Dreier von Kapitän Thomas Böhme zum 18:16 (9.) war die Partie wenig später bereits gedreht, ehe Mitte des zweiten Spielabschnitts sogar ein 27:22 (15.) für den RSV von der Anzeigentafel aufleuchtete. Erst eine zweite Auszeit von Bulls-Coach André Bienek sorgte vor der Halbzeitsirene dafür, dass seine Mannschaft offensiv wieder zurück ins Spiel fand.
Der knappe Halbzeitstand spiegelte dabei eine Partie auf Augenhöhe wider, die sich beide Seiten auch schon zweimal in der RBBL-Hauptrunde lieferten. In Erfurt unterlagen die Mittelhessen im Dezember hauchdünn mit einem Punkt Differenz, ehe im März im Rahmen des Doppelspieltages in der Sporthalle Gießen-Ost die Revanche mit 68:66 gelang. Doch erneut startete der dreimalige deutsche Pokalsieger aus dem Osten besser in Halbzeit zwei und baute seine Führung bis auf 50:40 (26.) aus, als die Trefferquote bei Lahn-Dill kurzfristig deutlich sank und sich vermehrt Fehler im Kombinationsspiel einschlichen.
Zwar verkürzte Topscorerin Rose Hollermann kurz vor Ende des dritten Spielviertels per Dreier noch einmal auf 49:56 (30.), wie auch später von der Freiwurflinie auf 55:63 (35.), doch eine Wende gegen die nun mental die Oberhand gewinnenden Thuringia Bulls sollte nicht mehr gelingen. Eine weiterer 0:8-Lauf zum zwischenzeitlichen 55:71 besiegelte nur zwei Minuten später das Pokal-K.o.. Die Wetzlarer kämpften zwar bis zum Ende verbissen, doch mit nun teils schwindenden Kräften auch glücklos gegen das Aus an. Am Ende musste der Titelverteidiger eine Niederlage gegen einen verdienten Finalisten aus Elxleben quittieren.
Mit einer Wurfquote von am Ende nur noch 40 Prozent aus dem Feld, einem an diesem Tag verlorenen Reboundverhältnis von 34 zu 41 und neun eigenen Ballverlusten, war an diesem Abend in Frankfurt gegen einen stark aufspielenden Gegner nicht mehr möglich. Während sich auf Wetzlarer Seite vor allem US-Nationalspielerin Rose Hollermann gute Noten verdiente und mit überragenden 25 Punkten den Tageshöchstwert erzielte, waren bei den Bulls die beide Routiniers Halouski und Gholomazad unter den Brettern diesmal nicht zu stoppen. Beide erzielten zusammen 39 der 75 Thüringer Punkte und griffen 20 von 41 Rebounds ihres Teams ab.
Beide im Pokal-Halbfinale des Final Four von Frankfurt gescheiterten hessischen Teams aus Wiesbaden und Wetzlar, müssen sich nun auf das Playoff-Halbfinale gegeneinander konzentrieren. Die „best-of-three“ Serie zwischen den Rhinos und dem RSV startet am kommenden Sonntag in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Spiel zwei der Serie steigt dann am Freitag, den 11. April in der Buderus Arena Wetzlar.
Lahn-Dill: Rose Hollermann (25/1), Thomas Böhme (23/1), Matthias Güntner (8), Jannik Blair (4), Julian Lammering (2), Quinten Zantinge, Mark Beissert (n.e.), Finlay Erskine (n.e.), Maxcileide de Deus Ramos (n.e.), Marek Wesolowski (n.e.).
Thüringen: Aliaksandr Halouski (23/1 Dreier), Vahid Gholomazad (16), Joakim Linden (14), Jordi Ruiz (10), Hubert Hager (4), Arie Twight (4), Lukas Gloßner (2), Driss Saaid (2), Jens-Eike Albrecht, Marie Kier.
PM: RSV Lahn-Dill | Foto: Armin Diekmann