Wetzlar: RBBL-Topspiel bei Tabellenführer Thuringia Bulls

Auf der RBBL-Zielgeraden können zudem erste Entscheidungen fallen

Der RSV Lahn-Dill steht am 16. Spieltag der RBBL vor der Herausforderung eines Auswärtsspiels beim bisher ungeschlagenen Tabellenführer RSB Thuringia Bulls. Hochball zum Spitzenspiel der Beletage im Rollstuhlbasketball ist am Samstag um 18:00 Uhr im thüringischen Elxleben. Neben dem Spitzenspiel können drei Spieltage vor Ende der RBBL-Hauptrunde aber auch in anderen Hallen bereits erste Entscheidungen fallen.

Sollte der BBC Münsterland zum Beispiel sein Auswärtsspiel in Trier verlieren, hätten der Tabellenweite Wiesbaden und der aktuell auf Platz drei rangierende RSV Lahn-Dill vorzeitig ihr Ticket für die im Mai ausgetragenen Playoffs sicher, unabhängig vom Ausgang der jeweils eigenen Begegnungen. Auch im Abstiegskampf kann Neuling Zwickau mit einem Heimerfolg über den Vorjahresaufsteiger Bayreuth den Klassenerhalt vorzeitig perfekt machen und damit das Erreichen des Saisonzieles feiern. Gleichzeitig würden bei nur noch zwei ausstehenden Duellen mit dem BBC Münsterland und dem RSV Lahn-Dill die Chancen der Franken auf einen Verblieb in der ersten Bundesliga dramatisch sinken.

Diese Rechenspielchen können die Wetzlarer selbst jedoch getrost beiseiteschieben, sind im Topspiel der RBBL die Favoritenrollen doch diesmal klarer verteilt als zuletzt. Die Thuringia Bulls als Gegner des Wochenendes sind bisher nicht nur verlustpunktfrei, sondern auch ungemein dominant durch ihre bisher 15 Spieltage gekommen. Auch auf internationalem Parkett sind die Thüringer weiterhin ungeschlagen, stehen souverän im Final Four um die europäische Königsklasse und konnten sich im deutschen Pokal bereits den ersten Titel sichern.

Angesichts dieser beeindruckenden Serie wäre ein Erfolg der Mittelhessen im Osten der Republik aktuell eine Überraschung. Doch genau diese Chance gilt es am Samstagabend mutig und ohne Druck zu nutzen, denn das spielerische Potenzial hierzu besitzen die Wetzlarer natürlich. Hierzu muss jedoch weiterhin der nicht einfachen Personalsituation getrotzt werden, die durch den Abgang von Lowpointer Vincent Dallaire Ende Januar entstanden ist. Alleine drei Lineups sind dem Trainerteam um Michael Paye durch den Abgang des Kanadiers weggebrochen. Zwar sind die beiden deutschen Nationalspieler Matthias Güntner und Thomas Böhme inzwischen wieder vollständig genesen, doch noch ist nicht sicher, ob die Hessen am Samstag in Thüringen in aktueller Bestbesetzung antreten können. Hinzukommt eine zuletzt gezeigte Abschlussschwäche, die sich wie ein roter Faden durch die letzten Wetzlarer Partien zieht.

Die Bulls selbst dürften nach bisher 25 Siegen aus 25 Pflichtspielen dagegen mit breiter Brust in das Spitzenspiel gehen, denn vor allem der Schwede Joakim Linden ist in absoluter Topform und war offensiv von keinem der letzten Gegner wirklich in den Griff zu bekommen. Ihm zur Seite steht das lange Duo Aliaksandr Halouski und Vahid Gholomazad sowie der immer wichtiger werdende Niederländer Arie Twigt. Über die beiden deutschen Nationalspieler Lukas Gloßner und Marie Kier bis hin zum spanischen Routinier Jordi Ruiz, kann Coach André Bienek auf einen individuell bärenstarken Kader zurückgreifen, zu dem auch der Ex-Lahn-Diller Tomas Klein seit dem letzten Sommer gehört.

PM: RSV Lahn-Dill | Foto: Armin Diekmann

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