Wiesbaden: Krimi im Rhinos Dome erst in der Overtime entschieden

Was für ein dramatischer Basketball-Nachmittag in der hessischen Landeshauptstadt! In einem Spiel, das an Spannung kaum zu überbieten war, mussten sich die Rhine River Rhinos dem ungeschlagenen Tabellenführer RSB Thuringia Bulls erst nach Verlängerung mit 59:66 (13:11, 10:14, 15:17, 16:12, 5:12) geschlagen geben.

Starker Beginn und taktische DisziplinDie Rhinos starteten hochkonzentriert in die Partie. Getragen von der Kulisse im Dome gelang es den Hausherren, den Rhythmus der Thüringer früh zu stören. Mit einer knappen 13:11-Führung nach dem ersten Viertel setzten die „Dickhäuter“ ein erstes Ausrufezeichen. Besonders Neuzugang Takuya Furusawa fügte sich bei seinem Heim-Debüt nahtlos ein und zeigte mit insgesamt 7 Punkten, darunter ein wichtiger Dreier im Schlussviertel, seine Klasse.Im zweiten und dritten Viertel entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch. Die Führung wechselte mehrfach, da die Bulls durch ihre Physis und die Treffsicherheit von Jordi Ruiz Jordan (17 Punkte) und Aliaksandr Halouski (14 Punkte) immer wieder antworteten. Doch die Rhinos blieben dank einer geschlossenen Teamleistung und der Offensivpower von Kei Akita (18 Punkte) sowie Mojtaba Kamali (17 Punkte) permanent in Schlagdistanz.

Die dramatische Schlussphase

Das vierte Viertel war nichts für schwache Nerven. Als Nico Dreimüller 45 Sekunden vor dem Ende zum 51:49 traf, schien die Sensation greifbar. Die Antwort der Gäste folgte jedoch prompt: Ein Dreier von Ruiz brachte die Bulls wieder mit einem Zähler in Front.Nach einer Auszeit von Coach Chris Huber übernahm Kei Akita die Verantwortung und versenkte 25 Sekunden vor der Schlusssirene einen spektakulären Dreier zum 54:52. Die Halle kochte. Doch die Entscheidung fiel erst in der allerletzten Sekunde: Bulls-Akteur Arie Twigt wurde bei einem Notwurf von der Mittellinie gefoult. Während der erste Freiwurf sein Ziel verfehlte, behielt der Niederländer bei den restlichen zwei Versuchen die Nerven und glich zum 54:54 aus – Verlängerung.

Entscheidung in der Overtime

In der fünfminütigen Sonderschicht spielten die Thuringia Bulls ihre ganze Routine aus. Während bei den Rhinos die Würfe unglücklich vom Ring sprangen, setzten sich die Gäste Stück für Stück ab. Ein 12:5-Lauf in der Overtime besiegelte schließlich den 59:66-Endstand.

Ein Fest für die Fans und starke Medien-Kooperation

Trotz der Niederlage war der Spieltag ein Erfolg für den Standort Wiesbaden. Die Phanomenals, die Breakdancer von Move For Freedom und die Hüpfburg sorgten für beste Unterhaltung. Ein besonderes Highlight war das „Takeover“ durch den Wiesbadener Kurier: Das Medienhaus übernahm exklusiv den Livestream und brachte die Atmosphäre des Domes zu neuen Zuschauern nach Hause.


Stimmen zum Spiel

Nico Dreimüller: „Natürlich ist die Enttäuschung nach der Niederlage da, aber der Stolz auf unser Team und den Verein überwiegt. Die Stimmung in der Halle war großartig, die Unterstützung der Fans und das gemeinsame Foto nach dem Spiel ist immer etwas Besonderes. Auch der Support unseres Danceteams, den Phanomenals, ist großartig und macht uns als Spieler unheimlich viel Freude. Sportlich war es ein enges Spiel. Thüringen hat defensiv gut gearbeitet, sodass ich persönlich nicht ganz den Einfluss nehmen konnte, den ich mir gewünscht hätte. Trotzdem haben wir als Team gut gespielt und wieder einmal gezeigt, dass wir füreinander da sind und was wir leisten können. Takuya hatte erst sein zweites Spiel in Deutschland und konnte schon jetzt wichtige Akzente setzen. Auch wenn das Ergebnis ärgerlich ist, werden wir daraus lernen und als Team weiter wachsen.”

Christopher Huber (Headcoach): „Ein großartiges, enges Spiel! Glückwunsch an die Bulls. Wir hatten die Chance, ihnen die erste Niederlage zuzufügen. Im Endeffekt haben uns kleine Fehler den Sieg gekostet. Wir werden diese analysieren und weiter daran arbeiten, besser zu werden.“

Takuya Furusawa (Heimdebütant): „Das Spiel gegen die Bulls, eines der stärksten Teams in Deutschland, und mein erstes Heimspiel hier waren eine wirklich besondere Erfahrung für mich. Natürlich ist das Ergebnis frustrierend, aber wir wollen als Team den Kopf oben behalten und dieses Spiel nutzen, um besser zu werden. Ich habe die Unterstützung der Fans und meiner Teamkollegen förmlich gespürt. Ich werde weiter hart arbeiten, um noch mehr beizutragen und dem Team bei seiner Entwicklung zu helfen.“


Statistik

Rhine River Rhinos: Kei Akita (18), Mojtaba Kamali (17), Nico Dreimüller (10), James Palmer (7), Takuya Furusawa (7), Steven Elliott, Arinn Young.

RSB Thuringia Bulls: Jordi Ruiz Jordan (17), Aliaksandr Halouski (14), Arie Twigt (11), Hubert Hager (10), Tomas Klein (6), Lukas Gloßner (4), Jens Albrecht (4).

PM: RRR | Foto: Ana Sasse

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