Die Thuringia Bulls bezwingen den RSV Lahn-Dill in einem spannenden Topspiel mit 75:70 (12:19, 17:16, 24:12, 22:23).
Es war wieder soweit: Der „El Clásico“ des deutschen Rollstuhlbasketballs zwischen dem RSV Lahn-Dill und den RSB Thuringia Bulls elektrisierte einmal mehr die gesamte Rollstuhlbasketballfamilie. Die Vorzeichen vor der Partie hätten dabei kaum unterschiedlicher sein können. Während die Hessen nach einer bislang herausfordernden Saison mit einer Portion Extra-Motivation in den ausverkauften Bullenstall reisten, gingen die TH Bulls weiterhin ungeschlagen und viel Selbstbewusstsein in das Spitzenspiel. Verzichten mussten die Thüringer jedoch auf ihren Topscorer Alex Halouski, der aufgrund einer Handverletzung nicht zur Verfügung stand.
Beide Mannschaften starteten nervös in die Begegnung, entsprechend überschaubar blieb die Punkteausbeute in der Anfangsphase. Spielertrainer Michael Paye hatte einen äußerst effektiven Gameplan ausgearbeitet, der den Offensivrhythmus der Bulls früh störte und vor große Herausforderungen stellte. Auf der anderen Seite nutzte der aktuelle Tabellendritte immer wieder die enorme Physis von Nationalspieler Matthias Güntner, der hochprozentig abschloss. So sah sich der Gastgeber plötzlich mit einem ungewohnten 12:19-Rückstand konfrontiert.
Dieser Eindruck setzte sich auch im 2.Viertel nahtlos fort. Lahn-Dill agierte defensiv äußerst griffig und behielt die Spielkontrolle. Offensiv blieb Güntner mit 18 Punkten im ersten Durchgang der Dreh- und Angelpunkt der Hessen. Der Vorsprung wuchs zwischenzeitlich auf 35:23 (17. Minute) an. Doch die Bulls stemmten sich dagegen: Mit einem energischen 6:0-Lauf kurz vor der Halbzeit verkürzte das RSB-Team auf 35:29 und verschaffte sich damit wieder ein Stück Momentum für die 2.Hälfte.
Diesen Schwung nahmen die Hausherren mit in das dritte Viertel. Das Trainer-Duo Bienek/Albrecht stellte die richtigen Stellschrauben und die Offensive der Bulls kam ins Rollen. Allen voran Vahid Azad und Joakim Linden zündeten, die zusammen 22 der 24 Punkte erzielten. Die Bullen drehten die Partie eindrucksvoll und gingen mit einer 53:47-Führung in das Schlussviertel.
Hier übernahm der Niederländer Arie Twigt Verantwortung und stellte auf 61:50 (33. Minute). Doch der Rekordmeister schlug zurück: Thomas Böhme versenkte zwei Dreier aus der Distanz und brachte die Partie vor einem begeisterten Publikum noch einmal zum Kochen. In der Crunchtime behielt Hubert Hager die Nerven, erzielte sechs entscheidende Punkte und sicherte den Bulls den 75:70-Heimsieg.
Die Thuringia Bulls bleiben damit ungeschlagen und fanden einmal mehr einen Weg, diese Partie zu ihren Gunsten zu drehen. Dieses intensive Spiel macht Lust auf mehr und steigert die Vorfreude auf den Playoff-Mai. Nach einer kurzen Osterpause greifen Marie Kier und Co. wieder an: Mit frischer Energie wartet am 11. April das Auswärtsspiel beim BBC Münsterland.
Für die RSB Thuringia Bulls spielten: Hubert Hager (14), Lukas Gloßner, Jordi Ruiz (6), Anil Cegil, Tomas Klein, Marie Kier, Arie Twigt (10), Joakim Linden (21) und Vahid Azad (24).
PM: RSB Thuringia Bulls | Foto: Franziska Möller