Die RSB Thuringia Bulls gewinnen in einer unterhaltsamen Begegnung gegen CD Ilunion Madrid mit 103:90 (34:25, 25:16, 26:21, 18:28) und werden damit Gruppenerster in der Champions Cup Viertelfinalrunde in Giulianova.

Die Freude über die erfolgreiche Qualifikation für das Champions Cup Final 4 in Madrid währte bei den Thuringia Bulls nur kurz. In der abschließenden Partie des Viertelfinalturniers wartete mit dem ebenfalls ungeschlagenen CD Ilunion Madrid direkt der nächste Härtetest. Gegen den Gastgeber der Endrunde im Mai konnten die Thüringer bereits Final-Four-Luft schnuppern. Die Ausgangslage war klar: Der Sieger sichert sich Platz eins in der Gruppe, der Verlierer beendet sie auf Rang zwei.

Die ersten Minuten sollten gleich den Ton für die gesamte Partie setzen. Beide Mannschaften starteten mit viel Schwung in den Sonntagmorgen und agierten mit offenem Visier. Die Madrilenen setzten vor allem auf ein druckvolles Umschaltspiel, das sie immer wieder unter den Korb der Thüringer brachte. Das RSB-Team setzte dieser Komponente noch einen drauf und punktete auch im Positionsspiel hochprozentig, womit sich leichte Vorteile erspielt wurden. Beim Stand von 34:25 boten beide Teams den Zuschauern somit einen hohen Unterhaltungswert.

Das Trainerduo Bienek/Albrecht suchte im Werkzeugkasten nach dem passenden Schraubenschlüssel für die Verteidigung und wurde fündig. Die Wurfquote von Ilunion sank spürbar. Gleichzeitig spielte sich das Quartett Linden, Ruiz, Azad und Halouski in einen wahren Rausch. Nach der letzten Berührung ihrer Fingerspitzen schien der Ball traumwandlerisch nur noch den Weg durch die Reuse zu kennen. So zeigte auch Madrid eine gute erste Halbzeit, lag jedoch gegen ein stark aufspielendes Bulls-Team mit 41:59 im Hintertreffen.

Die Mannschaft von Coach Victor Ramos erwischte den besseren Start in den zweiten Durchgang. Der Brite Gregg Warburton verkürzte auf 69:55 (24.Minute). Diese Situation zündete den Bullen-Motor wieder an, sodass fleißig Punkte ausgetauscht wurden. Das spielte Marie Kier und Co. in die Karten, die so ihren Vorsprung mit in den Schlussabschnitt nahmen (85:62).

Die letzten zehn Minuten hatten noch einmal einiges aus dem dramaturgischen Gewürzfach zu bieten. Kurz nacheinander mussten die Leistungsträger Alex Halouski, Vahid Azad und Jordi Ruiz jeweils mit ihrem fünften Foul vom Feld und standen ihrer Mannschaft in der Schlussphase nicht mehr zur Verfügung. Amadou Diouf verkürzte in der 38. Minute auf 93:82. Doch in dieser kniffligen Phase bewahrten die eingewechselten Anil Cegil und Tomas Klein die Ruhe, was schließlich den umjubelten 103:90-Erfolg möglich machte.

Dieser Erfolg bescherte den Bullen den ersten Platz in der Gruppe und im Halbfinale das Duell mit Briantea Cantù aus Italien. In der anderen Paarung trifft Gastgeber Madrid im spanischen Duell auf Ligakonkurrent Albacete.

In erster Linie hat sich die Mannschaft um Kapitän Gloßner allerhöchste Anerkennung verdient. Es sind nicht nur die nackten Ergebnisse, sondern vor allem die Art und Weise, wie der Bulls-Express Rollstuhlbasketball lebt und auf das Parkett bringt. Nun gilt es, diesen Moment kurz zu genießen, um mit aufgeladenen Akkus und anhaltendem Hunger am kommenden Wochenende in Zwickau wieder ins Bundesligageschäft einzusteigen.

Ein herzliches Dankeschön geht an unsere mitgereisten Fans. Das war ganz großes Kino! Und auch an alle, die vor den Bildschirmen mitgefiebert haben, können wir nur zurückspielen: Wir haben euch bis nach Italien gehört! Wir freuen uns darauf, euch bald wieder im Bullenstall begrüßen zu dürfen.

Abschließend gilt ein herzlicher Dank dem Ausrichter in Giulianova für die hervorragende Organisation und die großartigen Rahmenbedingungen. Das gesamte Organisationsteam hat mit viel Engagement und Gastfreundschaft zu einem rundum gelungenen Turnier beigetragen.

Für die RSB Thuringia Bulls spielten: Hubert Hager (6), Lukas Gloßner, Jordi Ruiz (10), Alex Halouski (17), Anil Cegil, Tomas Klein (2), Marie Kier, Arie Twigt (12), Joakim Linden (31) und Vahid Azad (25)

PM: RSB Thuringia Bulls | Foto: Franziska Möller

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