Pleite am Samstag gegen Trier, Kantersieg am Sonntag gegen Bayreuth
Der RSV Lahn-Dill hat am Wochenende einmal mehr seine beiden Gesichter gezeigt, die ihn aktuell ausmachen. Am Samstag eine enttäuschende 61:66-Heimniederlage gegen die Doneck Dolphins Trier, am Sonntag die beeindruckende Wiedergutmachung beim 89:27-Kantersieg gegen den RSV Bayreuth. Doch ohne die Pleite am Samstag hätte es vielleicht die beiden Gewinner des Wochenendes auf Seiten der Wetzlarer niemals gegeben, denn diese heißen nun Finlay Erskine und Fabian Gail.
RSV Lahn-Dill – Doneck Dolphins Trier 61:66 (21:13/30:34/47:47)
Im Duell mit den Dolphins starteten die Hausherren erfolgreich und zeigten von Minuten eins an, welches sportliche Ziel sie an diesem Tag hatten. Dem frühen 6:0 (2.) folgte ein 12:6 (7.) und selbst ein erster Dreier von Triers Scharfschütze Dirk Paßiwan beantwortete RSV-Kapitän Thomas Böhme umgehend mit einem Treffer von ebenfalls jenseits der 6,75m-Markierung zum 21:11 (10.). Alles schien nach Plan zu laufen, doch bereits in Viertel Nummer zwei kam die ernüchternde Wende in der Partie.
Der Gast aus Rheinland-Pfalz stellte sich nun besser auf die RSV-Offensive ein und zog selbst ein flüssiges Angriffsspiel auf, bei dem die Wetzlarer den Dolphins-Schützen oftmals viel zu viel Platz ließen und so ihr sportliches Ziel schnell aus den Augen verloren. Die Folge war, dass die Gäste die Partie aus Lahn-Dill-Sicht von 30:26 (18.) auf 30:34 zur Pause drehten und auch nach dem Seitenwechsel daran anknüpften. Erst nach dem 38:43 (25.) fanden sich die Hausherren wieder etwas, ließen aber trotz einer zwischenzeitlichen 49:47-Führung (31.) durch Nationalspieler Matthias Güntner bereits ihren sechsten Freiwurf ungenutzt und verpassten so auch eine vielleicht entscheidend höhere Führung. Stattdessen zeigten sich Dolphins in der Schlussphase als das entschlossenere Team und hatten diese spätestens in der 39. Spielminute bei einer eigenen 63:54-Führung hoch verdient zu ihren Gunsten entschieden. Der RSV hingegen bot in der Verteidigung zu vielen Lücken, während seine Trefferquote von zunächst guten 53 Prozent in Viertel eins bis auf 41 zur Schlusssirene abfiel.
Lahn-Dill: Thomas Böhme (25/2 Dreier), Matthias Güntner (16), Michael Paye (10), Rose Hollermann (6), Quinten Zantinge (4), Jannik Blair, Colin Higgins, Julian Lammering, Finlay Erskine (n.e.), Fabian Gail (n.e.).
Trier: Dirk Paßiwan (29/2), Nathalie Paßiwan (10), Alex Hummer (9), Walter Vlaanderen (6), Svenja Erni (4), Correy Rossi (4), Sylvana van Hees (4), Lukas Jung (n.e.).
RSV Lahn-Dill – RSV Bayreuth 89:27 (21:11/39:15/68:21)
Der Vorteil eines zweiten Spiels an ein und demselben Wochenende hat fraglos den Vorteil, dass niemand den Frust aus einer enttäuschenden Vorstellung am Samstag mit in die nächste Trainingswoche nehmen muss. Und so bestand auf für die Mannschaft von Trainer Michael Paye die Chance keine 22 Stunden nach der Enttäuschung gegen Trier, sich den Frust von der Seele zu spielen und den Fans damit den Spaß an ihrem RSV Lahn-Dill zurückzugeben. Und genauso gingen die Wetzlarer in die Partie am Sonntagnachmittag.
Das 0:5 nach nur 70 Sekunden war blitzartig in ein 15:7 (7.) und später in ein 23:11 (11.) verwandelt. Der RSV spielte dabei temporeich, entschlossen und enorm druckvoll, der verdiente Lohn war von Beginn an eine tolle Stimmung unter den Zuschauern, die noch am Vortag so arg leiden mussten. Bereits vor der Pausensirene war die Partie gegen den designierten Absteiger beim 33:13 (17.) zumindest vorentschieden. Doch diesmal ließ der deutsche Rekordmeister nicht locker, kam bissig aus der Kabine zurück und sollte ein drittes Spielviertel auf das Parkett der August-Bebel-Sporthalle zaubern, das es in sich hatte.
Trainer Michael Paye überraschte zu Beginn der zweiten Halbzeit hierbei mit der Einwechslung des jungen Schotten Finlay Erskine und während dieser sich ab seinem sehenswerten 49:18 (23.) langsam aber sicher warm schoss, machte sich auf der Bank zudem Lokalmatador Fabian Gail bereit, für Nationalspieler Matthias Güntner zu kommen. Und Erskine wie auch Gail brachte viel frischen Wind in das RSV-Spiel. Mit einer guten Abstimmung und der nötigen Coolness brachten sich beide immer wieder in guten Positionen und wurden von ihren Mitspielern zudem mustergültig bedient. Am Ende gelang es Finlay Erskine sogar zweistellig zu scoren, so wie auch das Quartett Böhme, Güntner, Lammering und Hollermann. Auch die Statistik belegte den um 180 Grad zum Vortag veränderten Auftritt der Gastgeber. 62,1 Prozent Trefferquote, 45-zu-27 Rebound-Überlegenheit und starke 36 Assists zeugen von Spielwitz, gutem Auge und extremer Mannschaftsdienlichkeit.
Der RSV Lahn-Dill hat mit diesem Erfolg vorzeitig Tabellenplatz drei nach Abschluss der RBBL-Hauptrunde sicher und muss am kommenden 18. und letzten Spieltag am Samstag bei den Iguanas in München antreten. Im Playoff-Halbfinale kommt es dann in der „best-of-three“ Serie zu einem hochspannenden Hessenderby gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden. Den Auftakt in diese Serie macht Sonntag, der 10. Mai mit Spiel Nummer eins in der Buderus Arena Wetzlar.
Lahn-Dill: Thomas Böhme (19/1 Dreier), Matthias Güntner (13), Rose Hollermann (11), Julian Lammering (12), Finlay Erskine (10), Colin Higgins (9), Jannik Blair (5), Fabian Gail (4), Quinten Zantinge (4), Michael Paye (2).
Bayreuth: Dario Schultz (8), Vahid Atefimonfared (6), Sebastian Gilsch (3), Dominik Langer (3), Isaac Lipscomb (3), Maggie Gay (2), Dagmar van Hinte (2), Mees Hessels.
PM: RSV Lahn-Dill | Foto: Armin Diekmann