In einem spannenden Endspiel gewinnen die Bulls gegen starke Rhinos mit 77:70 (21:18, 19:12, 19:16, 18:24) im ING FINAL FOUR Frankfurt 2026.
Im „Skywheelers Dome“ war alles angerichtet für einen hochklassigen Basketballnachmittag. Die Rollstuhlbasketball-Familie durfte sich auf ein spannendes Finale freuen, in dem die Rhine River Rhinos in ihrem ersten Endspiel die Titelverteidigung der Bullen verhindern wollten. Auch die im Halbfinale ausgeschiedenen Teams aus Hannover und München zollten den Finalisten Respekt und verschoben ihre Abreise auf die Zeit nach Spielende.
Die Partie begann, wie es sich für ein Endspiel gehört, mit viel Feuer. Alex Halouski eröffnete als Brandmeister den Punktereigen und stellte früh auf 11:4 (4. Minute), was Rhinos-Coach Chris Huber direkt zur ersten Auszeit zwang. Diese Ansprache zeigte sofort Wirkung, denn Mojtaba Kamali verkürzte auf 17:14 (8. Minute). Daraufhin meldete auch das Trainerduo Bienek/Albrecht Redebedarf bei ihrer Mannschaft an. Die Rollstuhlbasketball-Community erlebte ein hochklassiges Auftaktviertel mit einer hauchdünnen 21:18-Führung des Titelverteidigers und diese Spannung sollte bis zum Ende anhalten.
Ein ähnlicher Spielverlauf zeichnete sich zum Start des folgenden Abschnittes ab. Denn die Bulls setzten erneut in Form von Joakim Linden die ersten Akzente (33:24, 16.Minute). Diesen Vorsprung hielten die Elxlebener und fuhren mit einem 40:30 in die Pause.
Die Rhinos agierten auch nach der Pause mit viel Mut und Qualität, doch der Titelverteidiger parierte diese Attacken. Allen voran Linden, der den Vorsprung fast im Alleingang auf 59:42 ausbaute (29. Minute). Vor allem in der Verteidigung griffen die Bullen beherzt zu und stellten die Rhinos immer wieder vor große Herausforderungen. So musste der Japaner Kei Akita seine ganze Klasse zeigen, um zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen. Somit musste Wiesbaden vor der letzten Viertelpause einem 59:46-Rückstand ins Auge sehen.
Die Rhinos ließen sich jedoch nicht aus dem Spiel nehmen. Kamali erhielt Unterstützung von Tim Dietrich, der mit wichtigen 11 Punkten seine Treffsicherheit auf die eigenen Heimkörbe eindrucksvoll unter Beweis stellte. Zudem musste Vahid Azad aufgrund eines technischen Defekts vom Feld, obwohl er bis dahin zu den fleißigsten Punktesammlern der Partie gehörte. Vor allem in der Zone fanden die Hessen immer wieder Lücken gegen die zunehmend in Hektik verfallenen Thüringer, sodass die Begegnung beim Stand von 65:63 kurz vor dem Ende nahezu ausgeglichen war.
In dieser Phase übernahm Jordi Ruiz Verantwortung und streute vier schnelle Punkte ein. Für die Vorentscheidung sorgte schließlich Topscorer Linden, der in der 39. Minute zum 71:63 einnetzte. Beim Endstand von 77:70 ließ die Schlusssirene die Bullen nach einem sehenswerten Finale jubeln. Der Sieg war verdient, denn das RSB-Team lag über die gesamte Spielzeit in Führung.
Die RSB Thuringia Bulls feierten damit ihren fünften Pokalgewinn der Vereinsgeschichte. Die Medaillen überreichte Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef, begleitet vom lautstarken Jubel der Bulls-Fans.
Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle der Skywheelers-Familie um Pierre Fontaine für die Ausrichtung des Final Four. Folgerichtig wird der Standort Frankfurt auch in den kommenden sechs Jahren Austragungsort dieses prestigeträchtigen Wettbewerbs bleiben.
Die TH Bulls dürfen allerdings nur kurz diesen Moment genießen, denn bereits am Mittwoch reist die Sportgruppe zum Champions Cup Viertelfinale nach Italien. Dort trifft der frischgebackene Titelträger auf die internationale Konkurrenz Fenerbahçe Istanbul, CD Ilunion Madrid und Gastgeber DECO AMICACCI ABRUZZO aus Giulianova.
Für die RSB Thuringia Bulls spielten: Hubert Hager (8), Lukas Gloßner, Jordi Ruiz (14), Alex Halouski (9), Anil Cegil, Tomas Klein, Marie Kier, Arie Twigt, Joakim Linden (28) und Vahid Azad (18).
PM: RSB Thuringia Bulls | Foto: Franziska Möller