Die TH Bulls sind beim überzeugenden 106:64-Auswärtssieg in Köln nicht zu stoppen (30:15, 32:20, 25:6, 19:23).
Die RSB Thuringia Bulls hatten erneut eine lange Auswärtsreise zu absolvieren. Nach dem starken Auftritt gegen Trier am vergangenen Spieltag stand nun Köln auf dem Programm der 3. Runde der RBBL.
Schon auf der Autobahn gab es ein erstes Hindernis, als ein Auto aufgrund eines Defekts ausfiel. Die Bulls machten aus der Not eine Tugend und rückten im wahrsten Sinne des Wortes in den beiden verbleibenden Fahrzeugen noch enger zusammen, um die Fahrt fortzusetzen. Vorstandsvorsitzender Andreas Höhne brachte den defekten PKW anschließend gewohnt sicher zurück ins FIT IN.
In der Domstadt angekommen, wartete ein euphorisches Empfangskomitee. Wie der Zufall es wollte, fand die nächste Ausgabe des JUROBA Cups im Vorfeld der Bundesligapartie ebenfalls in der Sporthalle am Bergischen Ring statt. Dabei erkämpften die Junior Bulls einen tollen 3. Platz. Diesen zusätzlichen Energiekick nahm das Team von Trainer Andre Bienek gerne mit.
Die Vorzeichen standen gut, denn beide Mannschaften konnten in Bestbesetzung auffahren. Lediglich das Team von der Osterlange musste erneut auf Co-Trainer Jens Albrecht verzichten, der weiterhin an seiner Trainerausbildung arbeitet.
Die Gastgeber netzten durch Nationalspieler Thomas Reier zuerst ein, was Hubert Hager umgehend beantwortete. Diese beiden Akteure prägten die Anfangsphase und erzielten die ersten 16 Punkte der Begegnung (8:8, 4. Minute). Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für die Gäste (18:15, 7. Minute). In dieser Passage setzten die Bullen vor allem durch Scoring in der Zone zu einem kleinen Zwischenspurt an, der Köln-Coach Haj Bhania zur Auszeit zwang (24:15, 8. Minute). Bis zum Viertelende wuchs der Vorsprung sogar auf 30:15 an.
Im zweiten Spielabschnitt bot sich ein unverändertes Bild. Die 99ers spielten mutig mit, doch die TH Bulls fanden jederzeit die passende Antwort (38:21, 12. Minute). Die Elxlebener fingen plötzlich durch acht Punkte in Folge von Joakim Linden förmlich Feuer (46:23, 15. Minute). Der amtierende Deutsche Meister präsentierte sich in bestechender Spiellaune und baute den Vorsprung durch Neuzugang Tomas Klein auf 53:25 aus (18. Minute). Mit einer bullenstarken Trefferquote von 77 % aus allen Lagen nahmen die Thüringer eine komfortable 62:35-Führung mit in die Halbzeit.
Nach dem Pausentee drückten die Gäste mit aggressiver Pressverteidigung und schnellem Umschaltspiel weiter auf das Gaspedal (72:37, 24. Minute). Zwar sanken die Wurfquoten beim Team von Kapitän Lukas Gloßner ein wenig, doch Offensivrebounds ermöglichten zahlreiche zweite Chancen, die die Brettspieler verwandelten. Vahid Azad setzte mit einem erfolgreichen Dreier den Schlusspunkt unter das Viertel (87:41).
Köln zeigte Moral und gab sich keineswegs auf. Erfolgreiche Distanzwürfe von Kodal und Schabo leiteten einen 8:2-Lauf ein. Bienek bat seine Mannschaft zur Auszeit (89:51, 33. Minute). Top-Scorer Alex Halouski fühlte sich mit 6 schnellen Punkten angesprochen, während Ryuga Akaishi sehenswert die Lücken in der THB-Verteidigung fand. Beide Teams tauschten bis zur Schlusssirene intensiv Punkte aus. Gloßner erzielte den 100. Zähler, der vom mitgereisten Anhang lautstark bejubelt wurde. Allerdings verdienten sich die Kölner den Viertelgewinn, welcher den überzeugenden 106:64 Sieg der Bullen nicht schmälern soll.
Die Thüringer freuten sich über einen weiteren Erfolg in der noch jungen Saison, ohne dabei den Blick auf das Wesentliche zu verlieren. Denn die Partie zeigte auch, dass weiterhin Verbesserungspotential besteht. An diesen Stellschrauben wird die Mannschaft in der kommenden Trainingswoche ehrgeizig arbeiten, da am nächsten Sonntag mit dem Pokalknüller gegen den RSV Lahn-Dill ein echter Brocken wartet. Hier hoffen Marie Kier und Co. auf lautstarke Unterstützung aus dem heimischen Bullenstall.
Für die RSB Thuringia Bulls spielten: Alex Halouski (28), Jordi Ruiz (14), Marie Kier, Joakim Linden (16), Anil Cegil (2), Arie Twigt (2), Lukas Gloßner (2), Vahid Azad (18), Hubert Hager (10), Tomas Klein (14)
PM: RSB Thuringia Bulls | Foto: Franziska Möller