Doch Gastgeber RSV Lahn-Dill kann sportlich nichts zur gelungenen Party beitragen
Rund 3.600 Besucher feierten am Samstag in der Buderus Arena ein mittelhessisches Basketballfest, doch sportlich konnte der RSV Lahn-Dill nichts zur überaus gelungenen Veranstaltung beitragen. Erneut ohne Tommy Böhme und zudem mit einen sichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte befindlichen Matthias Güntner, hatten die Wetzlarer den Rhine River Rhinos nichts entgegenzusetzen. Am Ende verloren die Hausherren nach schwacher Offensivleistung verdient mit 42:57 (14:15/26:35/34:39) gegen die Wiesbadener.
Begonnen hatte der Doppelspieltag in der nahezu ausverkauften Buderus Arena, für die es nur noch wenige Stehplatztickets an der Tageskasse gab, mit einem Erfolg der Giessen 46ers über die Nürnberg Falcons. Nach einer starken zweiten Halbzeit feierte der Traditionsverein aus der Nachbarstadt einen emotionalen 90:81-Sieg über die Franken und sorgte so für beste Partylaune lahnabwärts. Diesen Schwung konnte der RSV Lahn-Dill zu Beginn seiner Partie zunächst auch mitnehmen, obwohl weiterhin Kapitän und Topscorer Thomas Böhme verletzungsbedingt fehlte. Nach einem 6:5 (4.) durch US-Girl Rose Hollermann waren es zum Ende des ersten Spielviertels Jannik Blair und Colin Higgins von der Freiwurflinie, die für ein 14:11 (8.) auf der Anzeigentafel und Szenenapplaus im weiten Rund der Buderus Arena sorgten.
Doch spätestens nach dem 18:15 (11.), erneut durch den Kanadier Higgins, riss der Faden bei den Mittelhessen, die bis zur Pause dem nun aufdrehenden Gast aus der hessischen Landeshauptstadt nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Die Rhinos um ihren Trainer Christopher Huber, der in seiner aktiven Zeit viele Jahre erfolgreich das Trikot der Wetzlarer getragen hatte, zauberten noch vor der Halbzeitsirene einen 20:8-Lauf das Parkett, während die Offensive der Hausherren ihre Arbeit vorübergehend vollkommen einzustellen schien.
So ging es für den RSV mit einem ersten deutlichen Rückstand in die Kabinen, aus denen er zwar bemüht aber nicht wirklich durchschlagskräftig wieder herauskam. Vor allem in der Offensive merkten die Zuschauer in fast jeder Szene, wie sehr das Team um Trainer Michael Paye seinen verletzten Topscorer Thomas Böhme vermisste. Hinzu kam, dass nach zwei Kurzeinsätzen in Halbzeit eins mit dem angeschlagenen Center Matthias Güntner, nach dem Wechsel auch der zweite Nationalspieler auf der Bank bleiben musste. So waren es nur Colin Higgins und Julian Lammering, die offensiv für einige wenige Highlights in Halbzeit zwei sorgen konnten.
Und dennoch blieb der ersehnte Heimsieg vor großer Kulisse für den deutschen Rekordmeister weiterhin in Reichweite, als zu Beginn der letzten zehn Spielminuten beim 38:42 (33.) bei den RSV-Anhängern noch einmal Hoffnung aufkeimte. Doch wie in Durchgang eins, kamen auch diesmal die Rhinos mit ihrer zweiten Luft und sorgten mit einem weiteren 11:0-Lauf zum 38:53 (38.) für die endgültige und unter dem Strich hochverdiente Entscheidung. Mit einer Trefferquote von nur 33 Prozent blieb die Offensive der Wetzlarer am Ende deutlich unter ihren Möglichkeiten und dies ganz unabhängig von der schwerwiegenden Personalsituation beim RSV Lahn-Dill.
Lediglich Colin Higgins mit einem Double-double von zehn Punkten und elf Rebounds sowie starken fünf Assists und einem gut aufgelegten Julian Lammering, der am Ende auf ebenfalls zehn Punkten bei einer guten Trefferquote von 62 Prozent und acht Rebounds kam, konnten unter dem Strich überzeugen, was gegen einen Playoff-Kandidaten wie die Rhinos an diesem Tag alles andere als ausreichend war. Auf Seiten der Gäste aus Wiesbaden war es dagegen vor allem der Iraner Mojtaba Kamali, der mit 19 Punkten offensiv Maßstäbe setze und sich zudem 13 wichtige Rebounds angelte.
Während die Rhinos am kommenden Wochenende mit viel Rückenwind in ihr Heimspiel gegen den BBC Münsterland gehen können, warten auf den RSV Lahn-Dill mit seinen Personalsorgen gleich zwei Herausforderungen. Am Samstag stehen die Mittelhessen bei Hannover United vor der nächsten schweren Auswärtshürde, ehe am Sonntag um 16:00 Uhr gegen die RBB München Iguanas bereits das nächste RBBL-Heimspiel in der Buderus Arena wartet.
Lahn-Dill: Colin Higgins (10), Julian Lammering (10), Rose Hollermann (8), Jannik Blair (6), Michael Paye (6), Quinten Zantinge (2), Matthias Güntner, Finlay Erskine (n.e.), Fabian Gail (n.e.).
Wiesbaden: Mojtaba Kamali (19), Kei Akita (8), Tim Diedrich (8), Nico Dreimüller (6), James Palmer (6), Takuya Furusawa (5), Steven Elliott (3), Hannah Dodd (2), Mehran Hosseini, Teemu Partanen, Nicola Damiano (n.e.), Simon Dornieden (n.e.).
PM: RSV Lahn-Dill | Foto: Armin Diekmann