Wiesbaden: Grandioser 79:55-Erfolg: Rhinos schlagen Bulls

Die Rhine River Rhinos machen einen wichtigen und großen Schritt in Richtung 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Das Team von Headcoach Cliff Fisher besiegte am Samstagabend –  dank einer tollen Defensivleistung und einer fantastischen Einstellung – die Roller Bulls aus St. Vith verdient mit 79:55 (40:32). Aufgrund des gewonnen direkten Vergleichs (Hinspiel: 72:78) setzen sich dir Kurstädter an die Tabellenspitze der 2. Liga (Süd).

Die rund 400 Zuschauer im vollen Rhinos Dome in Klarenthal sahen zu Beginn des Gipfeltreffens zwei nervöse Mannschaften, denen die Anspannung und die Wichtigkeit des Duells anzumerken war. Mit Oliver Hoffmann, Janet McLachlan, Britt Dillmann, Kapitän David Amend und Routinier Klaus Weber starteten die Dickhäuter in die Partie gegen die Belgier, in der die Hausherren durch Youngster Oliver Hoffmann die ersten Punkte der Partie erzielten (1:0). Der Ex-Bonner war es auch, der nicht nur dem ersten Viertel, sondern der gesamten Partie seinen Stempel aufdrückte. Immer wieder von seinen Mitspielern in Szene gesetzt, netzte der großgewachsene Spieler im ersten Viertel 15 der 19 Wiesbadener Punkte ein. Im Verlauf des gesamten Matchs sollte der 4,5-Punkte-Akteur auf sagenhafte 38 Punkte, neun Rebounds und eine 72%-ige Trefferquote aus dem Feld kommen. Insbesondere in den ersten zehn Minuten hielt der Center seine Farben im Spiel. Nach einer 11:9-Führung für die Rhinos, war es ein kleiner 4:0-Lauf der Gäste (11:13), der Trainer Fisher zur ersten Auszeit zwang. Scheinbar wählte der U.S.-Amerikaner die richtigen Worte, fanden die Dickhäuter doch nach der Unterbrechung zurück in die Partie (17:15). Mit der Sirene zum Viertelende schickten die Referees Britt Dillmann, die zuvor gefoult wurde, an die Freiwurflinie. Abgezockt und eiskalt verwandelte die Paralympicssiegerin beide Würfe zum 19:15.

Der kurze Viertel-Break tat den Gastgebern gut, zogen diese auf 27:19 davon und zwangen den Übungsleiter der Bulls zu einem Time-out nach knapp zwei gespielten Minuten. Gut gestärkte Gäste nötigten die Hausherren im Anschluss zu leichten Fehlern, was die Rhinos jedoch im zweiten Viertel nicht aus dem Konzept brachte. Um ihre Stärken wissend, behaupteten die Kurstädter ihre Führung bis zur Halbzeit (40:32).

Der Pausentee schien den Roller Bulls besonders gut geschmeckt zu haben, sorgten diese doch mit einem 5:0-Lauf für eine Ergebnisverkürzung auf 40:37 binnen kürzester Zeit. Dann war es an Kapitän Amend, der mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf (43:37) die Wende einleitete. Vier weitere Punkte von Janet McLachlan und Klaus Weber zum 47:37 veranlasste die belgische Bank zu einer Auszeit, die St. Vith jedoch nichts half. Zwar konnte Gästeakteur Van Houcke auf 47:39 verkürzen, doch weitere fünf Hoffmann-Punkte sowie ein erfolgreicher Korbleger vom Kapitän (54:39) zwangen den Gästecoach erneut zu einer Spielunterbrechung. Doch die erhoffte Wende blieb aus, so dass es beim Stand von 60:43 in den letzten Spielabschnitt ging. Kuriosum am Rande: War es im ersten Viertel Britt Dillmann, die mit dem Sirene an die Linie geschickt wurde, war es nach dem dritten Viertel Klaus Weber, der von der Freiwurflinie einen Wurf versenkte, nachdem er mit Ertönen der Sirene gefoult wurde.

Auch der letzte Abschnitt gehört den Rhinos. Zwar konnte der Gast die Nashörner durch eine Pressdeckung kurzzeitig aus dem Konzept bringen (60:47), jedoch fand Coach Fisher in einer schnell genommenen Auszeit die richtigen Worte und brachte seine Equipe auf die Erfolgsspur. Immer wieder fanden die Wiesbadener den freien Mann bzw. behaupteten sich im Kampf um die Korbabpraller am eigenen Brett (25 Defensivrebounds | St. Vith: 16). Ein 15:2-Lauf von 64:53 zum 79:55-Endstand besiegelte endgültig das Schicksal des belgischen Gastes an diesem Abend. Nach dem Schlusspfiff lagen sich alle Spieler in den Armen und feierten den verdienten Erfolg im wichtigen Match gegen den Mitkonkurrenten um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Siegesjubel, in den sich auch vorsichtig mahnende Worte des Trainers einmischten: „Unsere Defensivleistung sowie das mentale Setting meiner Mannschaft haben heute den Ausschlag gegeben. Wir haben acht Trainingseinheiten eingelegt. Alle Spieler waren bis unter die Haarspitzen motiviert. Dass wir zu Beginn nervös waren, war klar und nicht weiter schlimm. Oliver Hoffmann ist „Man oft he Match“, dessen „Fire skills“ heute zum Tragen kamen. Aber auch er benötigt ein Team im Rücken, das meiner Meinung nach jetzt schon bundesligatauglich ist. Allen muss klar sein, dass wir noch nicht aufgestiegen sind. Dies war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber die Saison ist noch nicht zu Ende.“

Viertelergebnisse: 19:15 | 21:17 | 20:11 | 19:12

Scorer: Hoffmann (38), Amend (16), Weber (11), McLachlan (9), Güntner (3), Dillmann (2), Antac, Jung, Schwarz, Gerber (dnp), Witte (dnp).

Wer die rollenden Dickhäuter auch zukünftig anfeuern und unterstützen will, kann sich dem neugegründeten Rhinos.Fanclub anschließen. Infos dazu gibt es bei Mona Konrad unter Rhinos.Fanclub@gmail.com.

PM: RRR

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