Was macht eigentlich … Stefan Donner? | “Ich bin meinen Entscheidungen immer treu geblieben.”

Der ehemalige Spieler und Trainer des RSV Lahn-Dill sowie Ex-Headcoach des RSC Frankfurt und der Schweizer Nationalmannschaft, hat seine aktive Trainerzeit beendet – aber ganz ohne Rollstuhlbasketball hält es der 57-Jährige dann doch nicht aus. Im Interview hat uns Stefan Donner u. a. verraten,  was für Reisen er auf sich nimmt, um Wettschulden einzulösen, warum er sich eine Rückkehr auf die Trainerbank nicht mehr vorstellen kann und welches Individualtraining er mit Philipp Häfeli praktiziert.

Stefan, du hast selbst jahrelang aktiv Rollstuhlbasketball gespielt. Wie lange ist es eigentlich her, dass Du selbst nicht mehr im Sportrollstuhl platz nimmst und dafür den Part an der Seitenlinie eingenommen hast?

„Das muss im Jahr 2000 gewesen sein. Da bin ich nochmal von der Trainerbank in den Sportrollstuhl gewechselt. Unser damaliger Aufbauspieler Mathias Schüssler erkrankte und so bin ich im Final-Four nochmal angetreten. Jedoch musste ich mit fünf Fouls das Feld verlassen, und wir sind im Halbfinale leider ausgeschieden – und das auch noch zu Hause.“

Zuletzt warst du Headcoach der Schweizer Rollstuhlbasketball Nationalmannschaft. Was machst du seitdem hauptsächlich?

„Nach all den Jahren in Hotels, Sporthallen und auf Flughäfen, bin ich sehr froh, dass ich meine Zeit nun selbstbestimmt verbringen kann. Ich verbringe viel Zeit in Südfrankreich, fotografiere und spiele Petanque. Einmal die Woche trainiere ich mit Philipp Häfeli. Wir arbeiten individuell am Ballhandling, seinem Schuss und seinen koordinativen Fertigkeiten. So bin ich dem RBB noch verbunden.“

Der ehemalige Spieler und Trainer Stefan Donner genießt das Leben – mit und ohne Rollstuhlbasketball. // Foto: privat

Du bist als Nationalspieler, Co-Trainer der Damen Nationalmannschaft und Headcoach der Schweizer Nationalmannschaft in die Halle gerollt. Nur um ein paar Ausschnitte deiner Karriere zu nennen. Was waren deine größten Erfolge?

„Es geht mir weniger um meine Erfolge. Stolz bin ich aber auf meine drei jungen Spieler, die ich in der Schweiz ausgebildet habe. Maurice Amacher, Janic Binda und Philipp Häfeli spielen alle in europäischen Top-Teams und sind Stützen der Schweizer „Nati“.“

Man sieht dich häufiger wieder in der August-Bebel-Halle in Wetzlar. Verfolgst du noch weitere Spiele in der RBBL?

„Dadurch, dass  Philipp Häfeli beim RSV unter Vertrag steht, zieht es mich immer wieder in die Halle. Ich werde aber auch mal nach Wiesbaden fahren, um mir einige Spiele von Mo Amacher anzuschauen. Bin aber auch schon mit dem Wohnmobil nach Madrid gefahren, um Philipp und Mo im Eurocup zu sehen. Da lief eine Wette, und die habe ich gerne eingelöst. War echt eine coole Tour.“

Ist für dich eine Rückkehr zum Rollstuhlbasketball als Trainer denkbar?

„Nein. Ich bin meinen Entscheidungen immer treu geblieben. Diese Rücktritte vom Rücktritt mag ich nicht. Ich habe nach der tollen Zeit in der Schweiz gemerkt, dass ich nicht mehr so brenne, wie die ganzen Jahre zuvor. Und das war dann auch der Grund aufzuhören. Ich könnte mir aber vorstellen als eine Art „Sportdirektor“ für ein Team zu arbeiten. Erfahrung genug habe ich ja.“

Du warst auch im Rollstuhltennis und Handbiken aktiv. Gibt es noch weitere Sportarten, die du getestet hast?

„Tauchen, Ski fahren und eine Zeit lang bin ich auch mal Kart gefahren. Da spielte aber viel die Neugier mit – es ging mir weniger um sportliche Ziele.“

Zu guter Letzt noch eine Frage: Was sind deine Pläne für die nahe Zukunft?

„Sicherlich werde ich die Spiele des RSV weiter verfolgen. 2018 werde ich mich mit Wädi Spuler, einem Spieler aus meiner Schweizer Mannschaft, zur WM in Hamburg treffen. Er hat auch ein altes Hymer Wohnmobil, und wir werden dort eine Wagenburg errichten und die WM genießen. Und natürlich zieht es mich immer wieder gerne nach Südfrankreich.“

Stefan, vielen Dank für deine Zeit!

Interview: Annika Aul

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