Interview mit Joakim Linden: „Ohne Lutz wäre das nicht möglich.“ | Er ist ehemaliger schwedischer Nationalspieler und „Kraftpaket“ der RSB  Thuringia Bulls. Joakim Linden hat seine Spielerkarriere (vorerst) beendet. Warum er nicht mehr spielt und ob es vielleicht doch noch eine Rückkehr zum Sport gibt, hat uns der 29-jährige Schwede im Interview verraten.

Joakim, du hast letzte Saison aufgehört, bei den Thuringia Bulls zu spielen. Was machst du seitdem? Spielst du noch Rollstuhlbasketball?

„Aktuell bin ich mit meinem Ergotherapie-Studium beschäftigt. Die Studiendauer beträgt drei Jahre. Aufgrund des Lernens habe ich nicht viel Zeit. Daher kann ich im Moment kein Basketballtraining absolvieren.“

Was war ausschlaggebend dafür, dass du die RBBL verlassen hast?

„An erster Stelle wollte ich etwas Anderes tun, eine Ausbildung machen, um an meine Zukunft zu denken. Ein anderer Punkt war, dass ich näher an meiner Familie und an meiner Freundin sein wollte. Sie sind für mich wichtiger als Basketball.“

Im Einsatz für die RSB Thuringia Bulls letzte Saison in Wiesbaden: Joakim Linden. // Fotocredit: Steffie Wunderl

Stehst du der schwedischen Nationalmannschaft noch zur Verfügung? Was denkst du, wie es mit der Mannschaft weiter gehen wird, nach dem Abstieg in die Division B?

„Nein, mein letztes Turnier war letztes Jahr die EM auf Teneriffa. Ich habe keine Ahnung, welche Spieler noch im Team sind, aber ich denke, es werden hauptsächlich junge Spieler sein. Sie können gute Erfahrungen in der Division B sammeln und sich verbessern.“

Verfolgst du noch die Spiele in der RBBL? Wie beurteilst du die Entwicklung der Liga seit deinem Weggang?

„Ja, ich sehe mir Livestreams an und verfolge die Spiele der RSB Thuringia Bulls. Ich denke, dass die Liga dieses Jahr  wettbewerbsfähiger ist, durch mehrere gute Teams und neue Spieler.“

Ist für dich eine Rückkehr in die RBBL denkbar? Bzw. was müsste passieren, damit du nochmal in Deutschland über den Court rollst?

„Zurzeit nicht, aber vielleicht nach meinem Studium. Gegebenenfalls irgendwann in der Zukunft, sofern ich noch gut in Form bin und sich alles gut anfühlt.“

Die Bulls haben bis dato nur eine Partie verloren und haben sich zu einer europäischen Top-Mannschaft entwickelt. Du hast diesen Prozess mit begleitetWelchen Beitrag am Erfolg siehst du bei Lutz Leßmann?

„Er ist der Chef des Teams und macht alles möglich. Lutz hat diese Saison sehr gute Spieler gefunden, die perfekt ins Team passen. Das ist der Grund, warum sie eines der Top-Teams in Europa sind. Ohne Lutz wäre das nicht möglich. Er ist einer der freundlichsten Menschen, die ich je getroffen habe, und ich bin sehr glücklich, ihn zu kennen.“

Wie würdest du die Atmosphäre in Elxleben beschreiben? Lutz und alle anderen sprechen immer von einer großen Familie.

„Das ist wahr, die Atmosphäre ist großartig und es ist wie eine Familie. Das Management ist toll und die Teamkollegen sind die Besten, mit denen ich gespielt habe. Jeder achtet auf den anderen.“

Zu guter Letzt noch eine Frage: Was sind deine Pläne für die nahe Zukunft?

„Einen Tag nach dem anderen angehen und mein Studium beenden. Danach werden wir sehen, was passiert.“

Vielen Dank, Joakim, für deine Zeit!

Interview: Annika Aul

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