Vom „Fußgänger“ zum ersten Spiel | Interview mit Frank Wegerhoff

Vor knapp einem Monat kam bzw. rollte Frank Wegerhoff auf uns zu, um uns von seinem Vorhaben „Vom „Fußgänger“zum ersten Spiel“ zu berichten.  Frank hatte bei der Rollstuhlbasketball-WM in Hamburg Feuer für unsere Sportart gefangen, nachdem er das erste Mal mit den Damen und Herren in ihren „rollenden Kisten“ in Berührung kam. Was es mit seinem Blog , den Einstieg in den Rollstuhlbasketball und seinem ganzen Projekt auf sich hat, verrät uns der 47-Jährige in Interview. Wir werden euch die kommenden Monaten über Franks Erlebnisse und Fortschritte auf dem Laufenden halten.

Frank, die Rollt.-Leser werden dich, als blutigen Anfänger, die kommenden Wochen und Monate bei deinem Start mit Rollstuhl und Basketball begleiten. Wie kamst du dazu, ohne zu viel verraten zu wollen, mit dem Rollstuhlbasketball anzufangen?
Zunächst muss ich einmal sagen, dass ich mich sehr freue dass ausgerechnet die Rollt. über mein Projekt „Vom „Fußgänger“zum ersten Spiel“ berichten will. Ja, wie bin ich auf die Idee gekommen? Ich habe früher sehr viel Sport getrieben. Allerdings so intensiv dass u.a. meine Knie mittlerweile angeschlagen sind. Aus diesem Grund suche ich schon lange eine Sportart, die ich trotz dieser Einschränkung betreiben kann. Als ich dann bei der WM in Hamburg war, hat es recht schnell „Klick“ gemacht.

 

Was fasziniert dich am meisten an der Sportart? Kannst du das kurz beschreiben?

Die Antwort muss ich zweiteilen. Aus sportlicher Sicht haben mich sofort das Tempo und die Geschicklichkeit gefesselt. Die Art und Weise wie die Sportler die Rollis im Griff haben ist faszinierend. Dazu noch die Spannung, die in jedem Spiel steckt. Zusätzlich bin ich u. a. noch Betreuer bei der Lebenshilfe Münster. Hier sehe ich auch noch den inklusiven Ansatz. Es gibt kaum einen Sport in dem behinderte und nicht-behinderte Menschen so auf Augenhöhe miteinander agieren können. Auch das ist ein Punkt, der mich fasziniert.

 

 

Sportler, ob Profis oder Amateure, setzen sich stets Ziele. Was ist dein sportliches Ziel für das nächste halbe Jahr?

Ich bin tatsächlich jemand der sich Ziele setzt. Da ich sehr intensiv Sport betrieben habe, bin ich es gewohnt, mir sehr ehrgeizige Ziele zu setzen. Das nächste halbe Jahr wird sehr anspruchsvoll. Ich fange gerade an beim UBC Münster e. V. zu trainieren. Der Rolli macht nicht immer was ich will, und ich bin froh wenn der Ball auch nur grob dahin kommt, wo er hin soll. Es ist alles natürlich auch noch eine völlig andere Perspektive. Im nächsten halben Jahr möchte ich den Stuhl vernünftig im Griff haben, den Ball sicher handhaben können und auch eine gewisse Sicherheit auf dem Spielfeld an den Tag legen können. Vieles ist noch sehr ungewohnt.

 

 

Warum bist du davon überzeugt, dass du dieses Ziel erreichen wirst? 

Ich bin sehr ehrgeizig. Deswegen werde ich auch entsprechende Fortschritte machen. Direkt nachdem der Entschluss gefallen war mit Rollstuhlbasketball zu beginnen, bin ich den nächsten Laden marschiert und habe mir einen Basketball gekauft. Durch meine langjährigen Erfahrungen im Fitnessbereich habe ich die Belastungen analysiert und recht schnell ein Trainingsprogramm für mich entwickelt, das mich bzw. die Muskulatur gut vorbereiten sollte.

 

 

Wie oft werden wir von dir hören bzw. Zwischenstände übermittelt bekommen?

Es wird jeden Monat einen großen Artikel geben in dem ich ausführlich berichten werden. Selbstverständlich wird es auch entsprechendes Bildmaterial geben. Zusätzlich wird es eine Seite bei Facebook geben, auf der ich sicherlich mehrmals die Woche etwas zum Projekt posten werde, wenn es etwas Aktuelles gibt.

 

 

Du konntest die Nationalspielerin Mareike Miller für deine Idee gewinnen. Was genau hat es damit auf sich?

Ein sehr wichtiger Punkt. Vielleicht gäbe es ohne Mareike Miller dieses Projekt gar nicht. Vielleicht wäre ich ohne sie auch gar nicht in den Sport eingestiegen. Aber auf diese Antwort muss der Leser tatsächlich bis zum ersten Artikel warten.

 

 

Vielen Dank für deine Zeit, Frank. Wir freuen uns schon auf deine ersten Erfahrungsberichte.

 

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Über Frank Wegerhoff

Alter: 47

Beruf: Tierheilpraktiker, Dozent im Sicherheitsbereich und ehrenamtlicher Betreuer bei der Lebenshilfe Münster e. V.

Wohnort: Münster

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Interview: Martin Schenk | Foto: privat

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