Raimund Beginskis | Der Multiplayer

Raimunds Beginskis ist vielseitig. Er ist ein Multiplayer bzw. ein Chamäleon auf und neben dem Platz. Von seinen Mitspielern und seinem Trainer wird er geschätzt. Wie auch der alte TV-Held MacGyver, ist der sympathische 35-Jährige eine Art Universalwerkzeug auf dem Court. Nicht umsonst ist der 2,0-Punkte-Mann Kapitän seiner Equipe. Einer Mannschaft, die wie Beginskis, hungrig auf einen Titel ist.

Mit ruhiger Stimme spricht der in Litauen geborene, in Lettland aufgewachsene und polnisch, russisch und deutsch sprechende Raimunds. Ein Eigenschaft, die ein Anführer benötigt, um seine Teamkollegen zu erreichen. Dass er dies tut, bestätigt sein Mitspieler und WG-Buddy Jens Albrecht: „Raimi ist unser Kapitän. Ein Fels in der Brandung, der immer die richtigen Worte findet.“ Beginskis ist „ein Kämpfer“, „ein Teamplayer“, der „seinen Mitspieler motiviert und ihnen Selbstvertrauen schenkt“, wie es Headcoach Josef Jaglowski beschreibt. Schon im Alter von neun Jahren spielte der Lette Basketball, ehe er 1998 einen Autounfall hatte. Die Folge: Querschnittslähmung, ein Jahr Reha und 2004 Einstieg im Rolli-Basketball. Danach ging es nach Italien, wo er für unterschiedliche Clubs spielte, ehe er 2011 nach Zwickau kam. Von Sachsen lotsten ihn Leßmann & Co. nach Thüringen. Ein Verein, mit dem Raimunds endlich einen Titel gewinnen will. Ein Erfolg, der ihm in seiner langen Karriere bis dato verwehrt blieb. Ob mit Zwickau, Porto Torres, Sassari oder Elxleben. Der lettische National-Spieler-Trainer stand als Spieler in vielen Endspielen. Gewinnen konnte er bis dato noch keines. Die Finalniederlagen haben den Wahl-Erfurter noch hungriger gemacht.  Nicht nur, dass er 9,6 Punkte im Schnitt auflegt, er netzt auch mal eben drei Dreier in Folge gegen die Skywheelers ein oder trifft im Training lt. Coach Jaglowski auch 40 Freiwürfe in Folge. Schussqualität, die er sich vor seinem Unfall aneignete und jetzt endlich in einen Titel ummünzen will. Zu gönnen wär es ihm irgendwie, dem polnisch sprechenden MacGyver aus Litauen.

Text: Martin Schenk

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