Matthias Heimbach | Der Sealer

Matze ackert, Matze rackert und Matze stemmt kräftig Gewichte. Der 32-jährige Augsburger arbeitet an sich und für seinen großen Traum – Rio 2016. Auch wenn ihm die junge Konkurrenz mächtig im Genick sitzt und er in der kommenden Saison nicht mehr das teuflische Trikot der FCK Rolling Devils Teufel tragen wird, der 1,0-Punkte-Mann weiß, was er will.

Die Low-Pointer, wie Hobby-Modellbauer Heimbach, haben das Los, dass sie zwar auf dem Spielberichtsbogen geführt, aber in kaum einer Statistik auftauchen. Hier und da erscheinen mal ein paar Assists oder Punkte. In den Fokus geraten sie, wie die meisten High-Pointer, jedoch kaum. Ein Umstand, der den Augsburger nicht wirklich juckt: „Wir werden zwar kaum wahrgenommen, sind aber die Mannschaftsdienlichen, die die Center in Szene setzen, die Gegner stoppen und die Seals fahren. Wir verfolgen alle dasselbe Ziel. Wir wollen gewinnen.“ Bescheidene Worte vom Nationalspieler, der sich auch zufrieden mit seiner Spielzeit im Dress der Devils zeigte. Zwar werden die kleinen Spieler nicht überall respektiert, sind jedoch für den Teamerfolg unerlässlich. Aktuell verbringt der 32-Jährige viel Zeit im Fitness-Studio, um nicht nur körperlich fitter zu werden, sondern auch um die ersten zwei Pushes kraftvoller durchzuziehen. Während er an seinen Schwächen arbeitet, vernachlässigt der Sealer Heimbach aber keineswegs seine Stärken, wie die Defense oder das Finishen in der Zone. Vorteile, die auch sein Ex-Devils-Mitstreiter, Mark Beissert, zu schätzen weiß: „Matze ist ein positiv-verrückter Kerl. Ich mag es extrem, mit ihm zu spielen. Er hat mein Spiel definitiv verbessert.“ Um seinen paralympischen Traum zu realisieren, wird der Schwabe noch ein paar Gewichte heben und Sonderschichten einlegen müssen, denn die junge Konkurrenz scharrt kräftig mit den Hufen. Ein Umstand, der den 32-Jährigen zusätzlich motiviert, denn er weiß, dass das Ticket für Rio noch nicht gebucht ist, was auch vom Bundestrainer unterstrichen wird: „Matthias ist einer der besten Einer, den wir in Deutschland haben. Er lebt viel von seiner Athletik. Seine Kaltschnäuzigkeit in der Offense hat uns bei der EM ermöglicht, die Doppel-Big-Line-up mit Passiwan und Halouski zu spielen. In den vergangenen Jahren war er immer eine gesetzte Größe in der Nationalmannschaft. Jetzt sitzen ihm aber gleich mehrere junge Low-Pointer im Nacken. Chris Huber, Phillip Schorp und Sebastian Sauer wollen ihm die Position streitig machen. Dieser Wettbewerb ist sehr gut für uns.“ Wettbewerb belebt nun mal das Geschäft, auch das Geschäft der nicht im Rampenlicht rollenden Low-Pointer, wie das des Matze Heimbach, dem Sealer aus Augsburg.

Text: Martin Schenk

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