Interview mit Simon Öhlschläger: „Wir sind definitiv heiß auf die Saison“

In Stuttgart wird ab jetzt auch Basketball auf Rädern gespielt. Simon Öhlschläger hat uns Rede und Antwort gestanden zu der Idee und dem Vorhaben von ihm, Kai Frank (Coach der Wheelers) und Marcel Pierer (Abteilungsleiter der Wheelers).

Herr Öhlschläger, Sie sind technischer Leiter der Abteilung Wheelers beim MTV Stuttgart. Wie sind Sie zum Rollstuhlbasketball gekommen und wie kam die Idee zustande, eine Rollstuhlbasketball Mannschaft aufzubauen?

„Ich kam über meine Arbeit bei einem Sanitätshaus zum Rollstuhlbasketball. Durch die Mitarbeit an einer Zertifizierung eines Sportrollstuhls war die Faszination für diesen Sport geweckt. So entstanden Kontakte wie zum Beispiel zu Andreas Escher vom WBRS. Dieser brachte dann Kai Frank, Marcel Pierer und mich zusammen. Aus der Idee 2015 entstand ein Team, das nun in der Regionalliga startet.“

Zwischen November 2016 und April 2017 haben einige Schnuppertrainings stattgefunden. Das offizielle Training sollte im Juni starten, doch es kam zu Problemen mit der Halle. Was waren das für Probleme und wie konnten sie gelöst werden?

„Manchmal ist ein Treppenabsatz das absolute K.O.-Kriterium, auf das man vorher überhaupt nicht geachtet hat. Durch die fantastische Unterstützung des MTV Stuttgart konnte sehr schnell eine Alternative angeboten werden.“

Vom 18.-20.08.17 findet in Stuttgart der DRS-Juniorenländerpokal statt. Sind die Wheelers dort organisatorisch auch involviert?

„Nein, sind wir nicht. Dies macht alles der WBRS. Wir werden aber natürlich vor Ort sein und den Landeskader Baden-Württemberg und Rheinland Pfalz die Daumen drücken.“

Es wurde bereits eine Kooperation mit der Basketball Mannschaft des MTV geschlossen. Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit vor? Wird es gemeinsame Heimspieltage geben?

„Nach dem ersten Treffen waren wir praktisch voll mit integriert in der Basketballabteilung. Wir bekommen auch hier volle Unterstützung für eine erste erfolgreiche Saison. Auf diesem Weg ein großes Dankeschön an Lara, Anna und Jonas und den Rest des Teams. Unsere beiden Heimspiele werden in der gleichen Halle ausgetragen, wie sie die Basketballmannschaft nutzt. So werden wir einmal vor der ersten Mannschaft der Männer spielen und einmal vor der ersten Mannschaft der Damen. Basketball pur.“

Die Mannschaft startet direkt in der Regionalliga Süd. Wie konnten gleich zwei Ligen übersprungen werden?

„Eigentlich wollten wir in der Oberliga starten. Da diese aber keine neuen Startplätze mehr zur Verfügung hat, wurde am Staffeltag durch die anderen Mannschaften entschieden, dass wir direkt in der Regionalliga starten dürfen. Hier geht der Dank an die anderen Vereine, die uns hierbei unterstützt haben. Wir freuen uns schon auf die einzelnen Spiele gegeneinander.“

Dominik Vogt, sowie Christian und Thomas Gumpert haben bereits angekündigt, dass sie von den Rolling Chocolate Heidelberg nach Stuttgart wechseln. Wie sieht Ihr Kader für die Saison 2017/2018 aus?

„Kai konnte viele Spieler aus der Region Stuttgart für die neue Mannschaft gewinnen. Mit Boris Breitenstein, Henning Wendler, Richard Döll und Christian Faller sowie den oben genannten haben wir definitiv eine super Truppe zusammen bekommen. Mal schauen was noch bis zum Saison Start passiert.“

Und abschließend noch zwei Fragen zu Ihren weiteren Plänen: Was für Ziele sind für die Debüt-Saison gesetzt? Wo soll die Reise in den kommenden Jahren hingehen?

„Wie schon gesagt, wir freuen uns, wenn es dann endlich für die neue Mannschaft losgeht. Wir sind definitiv „heiß“ auf die Saison und möchten das ein oder andere Ausrufezeichen setzen. Als nächstes wollen wir eine zweite Mannschaft aufbauen. Durch die erwähnten Schnuppertrainings haben wir schon talentierten Nachwuchs gewinnen können. Diese sollen dann an die erste Mannschaft heran geführt werden.  Ebenso werden die Jugendarbeit und die Verknüpfung zu den „kleinen“ Wheelers weiter ausgebaut. Die ersten sind jetzt 12 Jahre alt und vielleicht möchte der ein oder andere eine Basketballkarriere einschlagen. Marcel leistet hier zusammen mit seiner Frau eine Wahnsinnsarbeit.“

Vielen Dank, Herr Öhlschläger, für Ihre Zeit!

Interview: Annika Aul

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