Interview mit Lisa Rieß | „Geht nicht, gibt’s nicht.“

Am Wochenende findet der erste Sichtungslehrgang des neuen Damen-Bundestrainer-Duos Otto & McLachlan in Bonn statt. Neben altbekannten Namen, haben auch etlichen Rookies eine Einladung in die alte Bundeshauptstadt erhalten. Wir haben uns bei „Käsekuchen-Fan“ & „Serien-Junkie“ Lisa Rieß erkundigt, wie es ihr nach der Einladung ergangen ist und welche Erwartungshaltung die 3,0-Punkte-Dame an ihr „erstes Mal“ bzw. den Nationalmannschafts-Lehrgang hat.

Lisa, wie fühlt es sich an, das erste Mal zu einem Sichtungslehrgang der Damen-Nationalmannschaft eingeladen zu sein?

„Es ist ein tolles Gefühl. Ich habe mich riesig über die Einladung gefreut. Für mich als Spielerin ist es eine große Ehre, nach Bonn zum Lehrgang fahren zu dürfen.“

Was ist deine persönliche Erwartungshaltung an den Tag mit Martin Otto, Janet McLachlan und den anderen „Mädels“?

„Ich hoffe, dass ich jede Menge neue Erfahrungen sammeln kann. Spannend wird auch sein, mal nur mit anderen Mädels zu spielen, das ist ja bei uns beim Rollstuhlbasketball eher die Ausnahme.“

Wie bist du eigentlich zum Rollstuhlbasketball gekommen?

„Durch einen jungen Mann aus dem Sanitätshaus, der mich für meinen Rolli ausgemessen hat, total unspektakulär. Aber der, der mir gezeigt hat, was für ein toller Sport Rollstuhlbasketball ist, war Jürgen Julius, mein Trainer.“

Mit Damen wird überlicherweise nicht über das Alter gesprochen. Lass uns eine Ausnahme machen. Mit 29 Jahren hast du den jüngeren Spielerinnen einiges an Lebenserfahrung voraus. Ist das ein Vorteil in gewissen Situationen auf und neben dem Parkett?

„In gewissen Situationen bestimmt. Allerdings ist man, wenn man  jünger ist, vielleicht etwas entspannter in Hinsicht auf die Zeit. Ich mit meinen 29 Jahren steh ja als Neuling schon unter einem gewissen Zugzwang. Wenn nicht jetzt, wann dann sozusagen. Neben dem Parkett hat es aber durchaus Vorteile etwas älter zu sein. Über viele Situationen, die mich früher geärgert haben, kann ich heute nur noch lachen.“

Wo rollst du üblicherweise über den Court und wirfst auf den Korb?

„In Bochum und in Dortmund.“

Okay. Und wo liegen deine Stärken als Spielerin? Und wo siehst du noch Verbesserungspotenzial?

„Ich bin ehrgeizig, geht nicht gibt’s nicht. Verbesserungspotential gibt es auf jeden Fall beim Sprechen und der Kommunikation auf dem Spielfeld, aber daran arbeite ich.“

Was macht eine Lisa Rieß, wenn sie nicht Basketball spielt?

„Ich liebe es Serien zu schauen. Und wie etliche andere Mädels auch, gehe ich super gerne shoppen. Und mein Käsekuchen ist übrigens sehr beliebt.“

Letzte Frage: Du bist ja sesshaft im Pott. Hand aufs Herz: Für welchen Fußballverein schlägt dein Herz?

„FC Bayern München. Daran ist übrigens mein Vater schuld. Sorry, ihr lieben Leute aus dem Pott, aber nur der FCB ist der wahre Fußballverein.“

Interview: Martin Schenk

 

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