Die Heim-WM in Hamburg, mein dortiger Volunteer-Einsatz und die größte Plaudercouch der Welt vor der edel-optics.de Arena haben mich auf die Idee gebracht, mich bei einigen Volunteers, die in Hamburg im Einsatz waren, umzuhören. Ich bat sie, mir ihre ganz persönlichen Eindrücke zu schildern, und natürlich berichte ich euch auch von meinen ganz persönlichen Erlebnissen.

2017 fand auf Teneriffa die Europameisterschaft statt, dort war ich nur Zuschauer. Dank Martin Schenk durfte ich bei unserer Heim-WM als Volunteer und Rollt.-Praktikantin mittendrin sein und unvergessliche Momente erleben, viele neue Erfahrungen sammeln, nette Menschen kennen lernen, alte Freunde wiedersehen und viele neue Freunde finden.

Als Kind bin ich vor jeder Kamera weggerannt, seit ich bei unseren Thuringia Bulls in Elxleben bin, nehme ich jedes Selfie mit, das ich kriegen kann. In Hamburg waren es über 100 Fotos die ich gemacht habe. Am schönsten ist es, dass ich nicht mehr lange fragen muss,  denn die meisten freuen sich, mit mir ein Selfie zu machen. So kam ich auch zu meinem neuen Namen „Selfie Queen“.

Jürgen Berg hat es geschafft, mich mal ernst zu fotografieren, was ja äußerst selten vorkommt. Dank Steffie Wunderl habe ich mein eigenes Hoodie-Shirt und durch meinen neuen Freund David Hock, durfte ich sehen, wie man auch ohne Arme mit den Füßen schreiben kann.

In Hamburg habe ich sehr viel Neues kennen gelernt. Für viele Menschen war die Weltmeisterschaft ein Erlebnis. Für mich war sie es auch, neue Menschen mit Handicaps kennen zu lernen und wie sie im Alltag zurechtkommen.

 


 

Anna Teubner | Zu Gast auf meiner Plaudercouch

 

Anna, in der RBBL bist du Schiedsrichterin, in Hamburg warst du im Kampfgericht eingeteilt. Könntest du dir vorstellen, auch während der Saison in der RBBL im Kampfgericht auszuhelfen oder bist du jede Woche als Schiri eingeteilt?

Anfangs habe ich immer noch nebenbei auch Kampfgericht gemacht, wenn ich selbst keine Einsätze hatte. Inzwischen wird das allerdings immer seltener, da ich so gut wie jedes Wochenende Spiele pfeife. Wenn es sich zeitlich einrichten lässt, helfe ich natürlich gern am Kampfgericht aus, egal ob Rolli-Basketball oder bei den Fußgängern. 🙂

 

Welchen Beruf übst du die Woche über aus?

Im „normalen“ Leben verdiene ich mein Geld bei der Unternehmensberatung der Deutschen Bahn und kümmere mich dort um die IT. Also sowohl darum, dass die Hardware läuft, als auch um die Planung für zukünftige Investitionen. Hierbei bin ich sowohl in Frankfurt als auch in Berlin unterwegs, also auch unter der Woche viel auf Achse.

 


 

Nicole Keller | Zu Gast auf meiner Plaudercouch

 

Nicole, du bist fast immer mit deiner Schwester am Wochenende für den Rollstuhlbasketball im Einsatz. Wie seid ihr zum Kampfgericht gekommen? 

Jennifer und ich sind oft bei den Thuringia Bulls in Elxleben am Tisch, aber angefangen haben wir in Zwickau. Dort haben wir vor 15 Jahren angefangen, selbst zu spielen und der Manager hat uns irgendwann gefragt, ob wir am Tisch mithelfen könnten.

 

Wie schwierig ist es die Tätigkeit zu lernen und welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Volunteer-Gruppenfoto in der WM-Halle.

Schwierig ist die Arbeit am Tisch eigentlich nicht. Man benötigt Spielverständnis, sehr gute Regelkenntnisse und Konzentration. Auf internationalen Turnieren sollte man noch gute Englischkenntnisse haben. Aber insgesamt würde ich sagen, dass man auf jeden Fall eine große Portion Spaß am Rollstuhlbasketball mitbringen sollte.

 

Welchen Beruf übst du die Woche über aus?

Von Montag bis Freitag bin ich Lehrerin an einer Gemeinschaftsschule in Jena und unterrichte Deutsch und Religion. 💪🏼

 

Jennifer Keller | Zu Gast auf meiner Plaudercouch

 

Jennifer, Du hast während der WM im Kampfgericht gearbeitet, in der RBBL bist Du auch fast jedes Wochenende im Einsatz und auch während des Juniorenländerpokales habe ich dich in Bonn getroffen. 

Nicole und ich arbeiten schon viele Jahre am Kampfgericht. Begonnen haben wir in Zwickau, als uns der damalige Manager von den RSC – Rollis Zwickau e.V. gefragt hat, ob wir Interesse daran hätten. Da haben wir natürlich zugesagt.

 

Wirst du von den Vereinen oder den Veranstaltern angeschrieben oder wie kommst du zum Einsatz?

Heutzutage ist es verschieden. Manche Teams fragen uns, wenn Bedarf am Kampfgericht besteht. Bei den Bulls sitzen wir ja sowieso immer am Tisch. 🙂

 

Welchen Beruf übst du die Woche über aus?

Eigentlich bin ich unter der Woche Lehrerin an einer Gemeinschaftsschule in Jena. Dort unterrichte ich Deutsch und evangelische Religionslehre. Das macht mir auch großen Spaß!

 


 

Jennifer Röczey | Zu Gast auf meiner Plaudercouch

 

Jenny, du warst schon bei verschiedenen Veranstaltungen Teambetreuerin. Bei der Weltmeisterschaft in Hamburg warst du Teamhost der türkischen Männer. Für was bist du als Teamhost zuständig und was muss man dabei alles beachten?

Da gab’s ein Bussi von Jenniver.

Als Teamhost einer Mannschaft hast du unterschiedlichste Sachen zu tun. Du bist quasi die Schnittstelle zwischen Veranstalter und Mannschaft und trägst mit deiner Arbeit dazu bei, dass die Veranstaltung reibungslos für alle Beteiligten abläuft.

Auf der WM fing meine Arbeit damit an, dass ich mein Team am Flughafen abgeholt habe. Hätte es am Flughafen Probleme gegeben, hätte ich hier bereits agieren müssen. Im Hotel angekommen, habe ich gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort die Mannschaft eingecheckt. Ich habe gemeinsam mit der Hotelleitung und den Verantwortlichen der WM gekämpft um die Mahlzeiten ein wenig muslimisch zu gestalten, was mehr oder weniger von Erfolg gekrönt war.

Hatten die Teams Training, haben wir sie begleitet, sie zur richtigen Zeit an den Abfahrtsort des Busses gebracht, in der Sporthalle nach dem Rechten gesehen und war ich immer und jederzeit Ansprechpartner, wenn etwas gewesen wäre. Gleiches gilt für die Spiele. Auch hier habe ich zugesehen, dass meine Mannschaft pünktlich an den vereinbarten Orten gewesen ist und rechtzeitig zum Spiel gekommen ist. Ich habe an der Halle mitgeholfen, dass die Sportstühle vor die Kabine gekommen sind, dass alle Materialien ausgeladen wurden und dass nach Spielende alles wieder in die richtigen Busse geladen wurde.

Im Endeffekt kannst du die Aufgabe als Teamhost so beschreiben: Du bist rund um die Uhr Ansprechpartner für dein Team und kümmerst dich um alles, was irgendwie anfallen könnte. Das muss noch nicht mal was mit dem Sport zu tun haben. So stand ich vor der Challenge, einen im Taxi vergessenen Rucksack wiederzufinden und herauszufinden, ob die frisch gekauften Schuhe in Größe 47 auch die richtigen sind.

Dein Team ist in der Regel sehr dankbar, eine helfende Hand zu haben. Und die Mannschaften und der Betreuerstab können sich auf den Sport konzentrieren.

 

Du engagierst dich beim TV Hüttenberg, einer Handball-Mannschaft. Für was bist du dort zuständig?

Beim TV Hüttenberg bin ich in der zweiten Mannschaft als Betreuerin im Einsatz. Meine Mannschaft, die U23 Mannschaft, ist der Unterbau der 2. Bundesligamannschaft und spielt in der höchsten Spielklasse in Hessen. Meine Aufgaben dort liegen hauptsächlich darin, dass ich mich um die Erstversorgung von Verletzungen während des Spiels und im Training kümmere, schwer gewordene Beine, Arme oder auch mal die Schulter ausmassiere und mich einfach um das Wohl meiner Mannschaft kümmere. Soweit ich kann, versteht sich. Sind Verletzungen größer oder übersteigen meine Kompetenz haben wir einen super Sportarzt und tolle Physiotherapeuten, die sich um das Wohl der Mannschaft kümmern.

 

Vielen lieben Dank euch allen, dass ihr auf der Riesencouch Platz genommen habt.

 

Wie die meisten von Euch wissen, war ein Highlight der WM, dass Michael Schulte auf unserer Bühne zu Gast war. Ich durfte ihm nach dem Konzert per Video-Interview Fragen stellen. Also seid schon mal gespannt, was dabei rauskommt

Liebe Grüße

Eure Cassandra von und mit ihrer Plaudercouch.

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